Eine prospektive Studie untersuchte, ob Veränderungen der retinalen Neurovascular- und Mitochondrienfunktion mit kognitiven Leistungen nach einer 24‑wöchigen Yoga‑Intervention bei gesunden älteren Personen zusammenhängen.
Studienaufbau
Der Versuch umfasste dreißig gesunde ältere Personen (Durchschnittsalter 72 ± 6 Jahre; 25 Frauen). Sie absolvierten dreimal wöchentlich je sechzig Minuten YogaCue oder Hatha‑Yoga über einen Zeitraum von 24 Wochen.
Messmethoden
Retinale Struktur und Gefäßdichte wurden mittels optischer Kohärenztomographie‑Angiographie (OCTA) erfasst, die retinalen Blutflussparameter (RBF) mittels Retinal Function Imager (RFI) bestimmt und die mitochondriale Aktivität über makuläre Flavoprotein‑Fluoreszenz (FPF) mit dem OcuMet Beacon gemessen. Kognitive Fähigkeiten wurden zu Beginn und nach Abschluss der Intervention mit dem NIH‑Toolbox, den Trail‑Making‑Tests (TMT‑A/B) sowie dem Hopkins Verbal Learning Test (HVLT) evaluiert.
Erste Ergebnisse
Mehrere nominal signifikante Korrelationen zwischen Veränderungen der kognitiven Leistung und retinalen Messwerten wurden beobachtet: Die Veränderung im Flanker‑Test stand in Zusammenhang mit dem retinalen Blutfluss (ρ = 0,49, p = 0,007) und der Kapillarfunktion (ρ = 0,42, p = 0,03); die Veränderung im Total‑Recall‑Test korrelierte mit der retinalen Gewebedurchblutung (ρ = 0,39, p = 0,04) sowie der Kapillarfunktion (ρ = 0,41, p = 0,04); und die Veränderung im List‑Sorting‑Test zeigte eine negative Korrelation mit der FPF des Sehnervenkopfes (ρ = ‑0,61, p = 0,003).
Statistische Bewertung
Nach Anwendung der Benjamini–Hochberg‑Korrektur für das False‑Discovery‑Rate‑Verfahren erreichten keine der genannten Assoziationen die statistische Signifikanz, sodass die Befunde als vorläufig zu bewerten sind.
Bedeutung und Ausblick
Die Forscher interpretieren die Resultate als Hinweis auf mögliche retinale Biomarker für kognitive Veränderungen, betonen jedoch, dass die Beobachtungen hypothesis‑generierend seien und einer Validierung in größeren, unabhängigen Kohorten bedürfen. Die Studie unterstreicht das Potenzial nicht‑invasiver retinaler Messungen im Kontext von kognitiver Gesundheit, weist jedoch auf die Notwendigkeit weiterführender Forschung hin.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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