Deutschland: PISA‑Studie 2025 – Rückgang der Kompetenzen und Forderungen nach frühkindlicher Förderung
Ergebnisse der PISA‑Studie
Im Rahmen eines öffentlichen Fachgesprächs des Ausschusses für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend am 8. Oktober 2026 wurden die Resultate der PISA‑Studie 2025 vorgestellt. Der Leiter der deutschen PISA‑Studie, Samuel Greiff, berichtete, dass in den Bereichen Naturwissenschaften, Mathematik und Lesen seit etwa zehn Jahren sinkende Kompetenzen zu beobachten seien, wobei das aktuelle Niveau als historischer Tiefstand bezeichnet wurde.
Analyse der Kompetenzentwicklung
Greiff erklärte, dass der Leistungsrückgang alle Kompetenzbereiche und sämtliche sozialen Gruppen betreffe. Besonders besorgniserregend sei der Anstieg der kompetenzschwachen Jugendlichen. Gleichzeitig sei das Zugehörigkeitsgefühl der Schülerinnen und Schüler zu ihrer Schule über dem OECD‑Durchschnitt, doch die Bildungschancen in Deutschland blieben stark ungleich verteilt.
Politische Reaktionen
Bundesbildungsminister Karin Prien (CDU) und der Vorsitzende der Bildungsministerkonferenz, Staatsminister für Unterricht und Kultus Anna Stolz (Freie Wähler), kritisierten die Ergebnisse als enttäuschend und nicht hinnehmbar. Staatssekretär für Bildung und Kultur des Saarlandes, Jessica Heide, betonte die positiven Aspekte, insbesondere das höhere Zugehörigkeitsgefühl im Vergleich zum OECD‑Durchschnitt.
Forderungen nach frühkindlicher Förderung
Greiff plädierte für ein stärkeres Augenmerk auf frühe Bildungsprozesse. Bereits im Kindergarten solle ermittelt werden, welche Kinder zusätzliche Unterstützung benötigen, und diese Unterstützung müsse verbindlich bereitgestellt werden. Er verwies darauf, dass andere Staaten bereits frühzeitig gezielte Fördermaßnahmen einsetzen.
Gesetzliche Initiativen
Bundesbildungsminister Prien verwies auf das Startchancenentwicklungsgesetz, das verbindliche Diagnostik und Förderung von Kindern ab dem vierten Lebensjahr sowie die Förderung von Kitas in besonders herausfordernden Lagen vorsieht. Zudem soll die Lehrerausbildung durch ein integriertes Qualitäts‑ und Weiterentwicklungsprogramm gestärkt werden.
Regionale Programme und weitere Maßnahmen
Staatsminister Stolz nannte das datengestützte Programm „StarS“ aus Bayern als Beispiel für individuelle, zielgerichtete Förderung in Grundschulen. Der IQB‑Roadmap‑Prozess, der sieben Handlungsfelder definiert, fokussiere sich auf datengestützte Unterrichts‑ und Schulentwicklung, Verbesserung der Lernvoraussetzungen und Bildungsforschung. Die verpflichtende Sprachstanderhebung in Bayern, kombiniert mit gezielter Förderung, habe bereits nach einem Jahr deutliche Kompetenzsteigerungen gezeigt.
Ausblick
Alle Beteiligten betonten, dass eine Trendwende möglich sei, sofern Bund, Länder und Kommunen eng zusammenarbeiten und die Maßnahmen konsequent umgesetzt werden. Ein strategischer Ansatz, der frühzeitig ansetzt und sowohl quantitative als auch qualitative Aspekte berücksichtigt, soll die Bildungs‑chancen langfristig verbessern.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Deutscher Bundestag, lizenziert unter Amtliches Werk gem. § 5 UrhG (Deutschland).
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