USA: PIV, SII und PLR als Prädiktoren für Peritonitis bei Peritonealdialyse-Patienten
In einer multizentrischen retrospektiven Kohortenstudie wurden 2.036 Peritonealdialyse-Patienten aus zehn Zentren eingeschlossen; während der Beobachtungszeit entwickelten 147 Patienten (7,22 %) eine Peritonitis. Die Analyse zeigte, dass ein erhöhter pan-immune inflammatory value (PIV), ein hoher systemic immune-inflammatory index (SII) sowie ein gesteigerter platelet-to-lymphocyte ratio (PLR) zum Studienbeginn mit einem signifikant höheren Risiko für eine Peritonitis assoziiert waren.
Studiendesign und Patientenkohorte
Die Untersuchung basierte auf einer retrospektiven Auswertung von Routinedaten, wobei alle eingeschlossenen Patienten zwischen 2010 und 2022 eine Peritonealdialyse begannen. Das mittlere Alter betrug 51,0 Jahre, 55,01 % der Patienten waren männlich und die mittlere Dialysevintage lag bei 49,47 Monaten. Diabetes war bei 21,02 % der Patienten vorhanden.
Untersuchte Entzündungsindizes
Als potenzielle Prädiktoren wurden sechs aus dem kompletten Blutbild ableitbare Indizes herangezogen: PIV, SII, PLR, neutrophil-to-lymphocyte ratio (NLR), monocyte-to-lymphocyte ratio (MLR) und platelet-to-monocyte ratio (PMR). Diese Kennzahlen lassen sich kostengünstig aus Routinelabordaten berechnen.
Ergebnisse: Zusammenhang zwischen Indizes und Peritonitis
Die restricted cubic spline‑Analysen ergaben für PIV, SII und PLR signifikante nichtlineare Assoziationen mit dem Peritonitisrisiko (jeweils P < 0,05). In multivariaten Cox‑Modellen waren die adjustierten Hazard Ratios 2,004 für PIV, 2,144 für SII und 2,063 für PLR, was auf ein etwa doppelt erhöhtes Risiko bei hohen Indexwerten hinweist.
Statistische Bewertung und Vorhersagegenauigkeit
Die Modellgüte wurde mittels C‑Index bewertet: PIV erreichte 0,67, während SII und PLR jeweils 0,70 erzielten. Damit besitzen SII und PLR eine leicht höhere diskriminierende Fähigkeit, bleiben jedoch im moderaten Bereich.
Subgruppenanalyse
Zusätzliche Analysen nach Geschlecht, Alter, Body‑Mass‑Index, Diabetesstatus, Serumalbumin, Dialysevintage und Restnierenfunktion zeigten keine signifikanten Interaktionen, sodass die prädiktive Wirkung der drei Indizes über alle untersuchten Subpopulationen hinweg konsistent war.
Implikationen für die klinische Praxis
Die Ergebnisse legen nahe, dass die Routinemessung von PIV, SII und PLR zum Zeitpunkt des Dialysebeginns eine kosteneffiziente Möglichkeit bietet, Patienten mit erhöhtem Peritonitisrisiko zu identifizieren. Eine intensivere Überwachung oder präventive Maßnahmen könnten für diese Hochrisikopatienten in Erwägung gezogen werden.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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