Die Redakteure von PLOS ONE haben am 30. Juni 2026 die Rücknahme einer im Jahr 2019 veröffentlichten Studie angekündigt, weil ein Programmierfehler die Berechnung des p‑Werts verfälscht hat und damit die zentrale Schlussfolgerung zur Wirkung des Medicare Hospital Readmission Reduction Program (HRRP) widerlegt wurde.
Fehlerhafte Berechnung
Der korrespondierende Autor meldete, dass ein Code‑Fehler die p‑Wert‑Bestimmung in Abbildung 4 und im zugehörigen Textabschnitt „Experiment and result“ beeinflusste. Durch die Korrektur zeigte die erneute Analyse, dass kein kausaler Zusammenhang zwischen dem HRRP und nicht‑indexierten Wiederaufnahmen besteht.
Entscheidung des Redaktionsausschusses
Nach Rücksprache mit einem Mitglied des Redaktionsausschusses stellten die Redakteure fest, dass die zentrale These der Arbeit – die behauptete Wirksamkeit des HRRP – nicht mehr haltbar ist, obwohl die methodische Vorgehensweise und die Skalierbarkeit des Modells weiterhin als solide bewertet werden.
Einverständnis der Autoren und neue Version
Alle Autoren stimmten der Rücknahme zu. Parallel dazu veröffentlichten die Redakteure eine aktualisierte Version des Artikels, die die korrigierten p‑Werte, eine überarbeitete Abbildung 4 und angepasste Schlussfolgerungen enthält.
Publikationsdetails
Der ursprüngliche Beitrag trug den Titel „Robust policy evaluation from large‑scale observational studies“, erschien im PLOS ONE 14(10) mit DOI 10.1371/journal.pone.0223360 und wurde von den Autoren Islam MS, Morshed MS, Young GJ und Noor‑E‑Alam M verfasst. Die Rücknahmemitteilung selbst ist unter DOI 10.1371/journal.pone.0352001 verfügbar.
Ergebnis der Korrektur
Die korrigierte Analyse bestätigt, dass das HRRP keinen nachweisbaren Einfluss auf nicht‑indexierte Wiederaufnahmen hat. Damit verliert die Studie ihre wichtigste Aussage, bleibt jedoch ein Beitrag zur Methodik groß‑skaliger Beobachtungsstudien.
Relevanz fĂĽr die Forschung
Der Vorfall verdeutlicht die Notwendigkeit sorgfältiger statistischer Prüfungen in groß‑datenbasierten Politikevaluierungen und unterstreicht die Rolle von Open‑Access‑Publikationen bei der schnellen Korrektur wissenschaftlicher Befunde.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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