USA: PLOS ONE zieht Studie zu Pyrrolochinolin-Quinin zurück
Die Redaktion von PLOS ONE hat am 19. Oktober 2026 die im April 2013 veröffentlichte Arbeit über die Wirkung von Pyrrolochinolin-Quinin auf RANKL‑vermittelte NFATc1‑Expression in Maus‑Knochenmarkzellen und auf verschleißbedingte Osteolyse zurückgezogen. Die Rücknahme erfolgte, nachdem Bedenken hinsichtlich der Integrität der abgebildeten Daten geäußert wurden und die Autor*innen nicht erreichbar waren.
Hintergrund der Studie
Die ursprüngliche Untersuchung sollte zeigen, dass Pyrrolochinolin-Quinin die Expression von NFATc1 teilweise durch Unterdrückung von c‑Fos hemmt und dadurch die Entstehung von Osteolyse bei Trägermaterial‑Partikeln in Mäusen reduziert. Die Ergebnisse wurden in PLOS ONE, Band 8, Ausgabe 4, veröffentlicht.
Bedenken bezüglich Bildmaterial
Nach der Veröffentlichung meldeten mehrere Fachleute wiederholte Muster in den Abbildungen 1, 2 und 5. Konkret wurden identische Merkmale in allen Panels von Abbildung 1A festgestellt, und das NFATc1‑Panel von Abbildung 2D wies auffällige Ähnlichkeiten mit einem Panel aus einer anderen Publikation auf. Zusätzlich überlappten einzelne Panels von Abbildung 5 teilweise mit Abbildungen aus einer dritten Studie, teilweise nach einer Spiegelung.
Redaktionelle Untersuchung
Die Redaktion leitete daraufhin eine Untersuchung ein, forderte die Autor*innen zur Vorlage von Rohdaten und zu einer Erklärung der Bildanomalien auf. Trotz mehrmaliger Kontaktversuche blieb eine Rückmeldung aus, sodass die Redaktion die vorliegenden Bedenken als nicht ausgeräumt bewertete.
Entscheidung zur Rücknahme
Auf Basis der unveränderten Zweifel an der Datenintegrität entschied die Redaktion, den Artikel formell zurückzuziehen. Der Rücknahmetext enthält die DOI 10.1371/journal.pone.0360868 und weist darauf hin, dass alle Autor*innen entweder nicht reagierten oder nicht erreicht werden konnten.
Folgen der Rücknahme
Der zurückgezogene Artikel wird künftig mit einem Hinweis auf die Rücknahme gekennzeichnet, und Zitierungen sollten als nicht verlässlich betrachtet werden. Die Rücknahme trägt zur Korrektur der wissenschaftlichen Literatur bei und warnt vor möglichen Fehlinterpretationen der berichteten Effekte.
Allgemeiner Kontext
Probleme mit Bildmanipulation sind in der biomedizinischen Fachliteratur wiederholt aufgetreten. Viele Fachzeitschriften verstärken ihre Prüfungen, um die Vertrauenswürdigkeit publizierter Ergebnisse zu sichern.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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