USA: PLOS ONE zieht Studie zur Prozessanalyse von Patientenpfaden zurück
PLOS ONE hat am 27. August 2026 die Rücknahme einer im Jahr 2023 veröffentlichten Studie angekündigt, die sich mit der Analyse von Patientenpfaden mittels Process Mining befasste. Die Rücknahme erfolgte, weil erhebliche Bedenken hinsichtlich der Einhaltung ethischer Vorgaben und der Datenherkunft bestanden.
Hintergrund der Studie
Die ursprüngliche Arbeit mit dem Titel „Analysis the patients’ careflows using process mining“ wurde im Februar 2023 im Fachjournal PLOS ONE veröffentlicht (Vol. 18, Issue 2, e0281836). Sie sollte zeigen, wie Prozess‑Mining‑Techniken zur Optimierung klinischer Abläufe eingesetzt werden können.
Gründe für die Rücknahme
Die Redaktion stellte fest, dass die Publikation keinerlei Angaben zur Ethikgenehmigung oder zur Einwilligung der betroffenen Personen enthielt. Darüber hinaus fehlten Informationen über die Herkunft der klinischen Daten und über die Anzahl der untersuchten Personen. Der dritte Autor konnte keine Dokumentation vorlegen, die eine erhaltene Ethikgenehmigung bestätigt. Zusätzlich äußerten die Editorinnen und Editoren Bedenken hinsichtlich der Integrität des Peer‑Review‑Verfahrens, obwohl sie keine Zweifel an dem Verhalten der Autorinnen und Autoren während des Review‑Prozesses hatten.
Entscheidung der Redaktion
Die PLOS ONE‑Editoren zogen die Studie zurück, weil sie nicht den PLOS‑Richtlinien für Forschung mit menschlichen Probanden entsprach. Infolge der Rücknahme wird keine Aktualisierung der Datenverfügbarkeits‑Erklärung bereitgestellt.
Reaktion der Autorinnen und Autoren
Drei der vier genannten Autorinnen und Autoren (AHMR, DSA, MA) widersprachen der Rücknahme. Der vierte Autor (NEEA) konnte nicht direkt erreicht werden oder reagierte nicht.
Publikationsinformationen
Die zurückgezogene Arbeit ist unter der DOI https://doi.org/10.1371/journal.pone.0357078 gelistet. Eine Korrektur zu der ursprünglichen Publikation erschien im August 2026 (Vol. 21, Issue 8, e0355134). Die Veröffentlichung unterliegt der Creative‑Commons‑Attribution‑Lizenz, die uneingeschränkte Nutzung erlaubt, sofern die ursprünglichen Autorinnen und Autoren sowie die Quelle genannt werden.
Bedeutung für die Forschung
Der Vorfall unterstreicht die Notwendigkeit, bei Studien mit Patientendaten klare ethische Genehmigungen und transparente Angaben zur Datenbasis zu dokumentieren. Ohne diese Voraussetzungen können Forschungsergebnisse nicht als verlässlich gelten, was das Vertrauen in methodische Innovationen wie Process Mining beeinträchtigt.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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