Einleitung
Eine aktuelle prospektive Kohortenstudie liefert neue Daten zu den frühen postoperativen Ergebnissen von Krebsoperationen in Äthiopien. Von den 265 untersuchten Patienten entwickelten 84 (31,7 %) innerhalb von sieben Tagen postoperative Komplikationen, und fünf Patienten (1,9 %) verstarben im gleichen Zeitraum.
Methodik
Die Studie verfolgte einen 7‑tägigen, nationalen, beobachtenden, prospektiven Kohortenansatz. Eingeschlossen wurden erwachsene Patienten (≥ 18 Jahre), die in 46 äthiopischen Krankenhäusern entweder elektive oder notfallmäßige Krebsoperationen erhielten. Analysiert wurden deskriptive Statistiken, Chi‑Quadrat‑Tests für kategoriale Variablen sowie logistische Regressionsmodelle zur Identifikation von Risikofaktoren für postoperative Komplikationen. Signifikanzniveau war p < 0,05.
Patientencharakteristika
Der Mittelwert des Patientenalters betrug 46,6 Jahre (SD = 14,9). Die Mehrheit wies einen niedrigen ASA‑Status auf: ASA I bei 106 Patienten (40 %) und ASA II bei 133 Patienten (50,2 %). Ebenso dominierten niedrige ECOG‑Leistungen: ECOG 0 bei 112 Patienten (42,3 %) und ECOG 1 bei 98 Patienten (37 %).
Operationsprofil
Kolorektale Tumoren stellten den häufigsten Eingriffstyp dar (38 Fälle, 14,5 %). Laparoskopische Verfahren wurden nur in drei Fällen (1,1 %) eingesetzt. Insgesamt wurden 265 Krebsoperationen von insgesamt 4.412 Operationen in den teilnehmenden Einrichtungen durchgeführt.
Komplikationen
Postoperative Komplikationen traten bei 84 Patienten (31,7 %) auf, wobei die häufigste Komplikation eine superficiale chirurgische Wundinfektion war (47 Fälle, 17,8 %).
Risikofaktoren
Die logistische Regressionsanalyse ergab, dass Notfalloperationen (adjustiertes Odds Ratio = 3,1; 95 %‑KI 1,1–8,4; p = 0,003), bestehende Komorbiditäten (AOR = 2,0; 95 %‑KI 1,1–3,7; p = 0,025) und ein ECOG‑Status von III (AOR = 9,5; 95 %‑KI 1,5–61,1; p = 0,02) signifikant mit einem erhöhten Risiko für Komplikationen am 7. Tag nach der Operation assoziiert waren.
Sterblichkeit
Die 7‑tägige Sterblichkeitsrate nach Krebsoperationen betrug 5 von 265 Patienten (1,9 %).
Schlussfolgerungen
Trotz relativ jungen Alters und niedriger ASA‑ sowie ECOG‑Scores erlebte ein erheblicher Teil der Patienten nach Krebsoperationen unerwünschte Ereignisse. Die Ergebnisse unterstreichen den Bedarf an evidenzbasierten Interventionen zur Stärkung der chirurgischen Infrastruktur und der Versorgungsprozesse, um die Sicherheit und Qualität der onkologischen Chirurgie in Äthiopien zu verbessern.Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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