Kernbefund
Eine neue Untersuchung hat gezeigt, dass die Aktivität im posterioren paraventrikulären Thalamus (pPVT) entscheidend für die stressinduzierte Verstärkung ungelernter Angstreaktionen bei Mäusen ist. Forscher stellten fest, dass eine einmalige Fußschock‑Stress‑Exposition zu erhöhtem Einfrieren bei einem neuartigen Ton führte.
Hintergrund
Stress kann langfristig die Angst verstärken, ein Phänomen, das als Fear Sensitization bezeichnet wird. Bisher wurde dieses Phänomen vorwiegend mit dem Stress‑Enhanced Fear Learning (SEFL)‑Paradigma untersucht, das die Verstärkung erlernter Angst misst.
Versuchsdesign
In dem neu entwickelten Stress‑Enhanced Fear Responding (SEFR)‑Modell erhielten Mäuse eine einzelne Fußschock‑Session und wurden anschließend einem unbekannten akustischen Stimulus ausgesetzt. Das Verhalten wurde anhand der Einfrier‑dauer quantifiziert.
Neuronale Aktivitätsanalyse
Durch c‑Fos‑Mapping identifizierten die Forscher das pPVT als Region, die nach dem Stress dauerhaft hyperaktiv blieb. Die Intensität der c‑Fos‑Expression korrelierte mit dem Ausmaß des eingefrorenen Verhaltens bei SEFR.
Fiber‑Photometrie‑Ergebnisse
Fiber‑Photometrie zeigte, dass SEFR, im Gegensatz zu SEFL, mit einer erhöhten pPVT‑Aktivität einherging, was auf eine spezifische Beteiligung dieses Kerngebiets an ungelernter Angst hindeutet.
Interventionen
Eine chemogenetische Hemmung des pPVT verhinderte sowohl die Induktion von SEFR während des Stresses als auch dessen spätere Expression. Umgekehrt löste eine künstliche Stimulation des pPVT bei stressfreien Mäusen ein SEFR‑ähnliches Verhalten aus.
Vergleich mit SEFL
Manipulationen des pPVT beeinflussten weder das Erlernen noch die Expression von SEFL, was auf unterschiedliche neuronale Grundlagen der beiden Phänomene schließen lässt.
Implikationen
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass SEFL und SEFR unterschiedliche neuronale Mechanismen besitzen. pPVT‑Hyperaktivität könnte ein Ansatzpunkt für die Behandlung von Erregungs‑ und Reaktivitätssymptomen bei traumabezogenen Störungen sein.Dieser Bericht basiert auf Informationen von eLife, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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