Studienaufbau
In einer bevölkerungsbasierten Geburtskohorte in Südkorea wurden über einen Zeitraum von 2009 bis 2023 Mutter‑Kind‑Paare verknüpft, um den Zusammenhang zwischen pränataler Opioidexposition und späteren Krankenhauseinweisungen zu untersuchen.
Definition der Exposition
Pränatale Exposition wurde definiert als das Vorhandensein von mindestens zwei Opioidrezepten innerhalb eines Trimesters. Für die Analyse wurden Propensity‑Score‑gematchte und Geschwistervergleichs‑Kohorten erstellt, um sowohl individuelle als auch familiäre Einflussfaktoren zu berücksichtigen.
Hauptergebnisse
Unter den 5.249.429 erfassten Personen wurden 118.671 Kinder mit pränataler Opioidexposition identifiziert. In der Propensity‑Score‑gematchten Kohorte betrug das adjustierte Inzidenz‑Rate‑Verhältnis (aIRR) für Krankenhauseinweisungen 1,28 (95 %‑KI 1,28–1,29; p < 0,001). Im Geschwistervergleich lag das aIRR bei 1,08 (95 %‑KI 1,07–1,10; p < 0,001), was auf einen teilweisen Einfluss gemeinsamer familiärer Faktoren hinweist.
Dosis‑ und Dauerabhängigkeit
Die Analyse zeigte eine dosisabhängige Steigerung des Risikos: Bei niedriger Opioiddosis betrug das aIRR 1,19 (95 %‑KI 1,19–1,20; p < 0,001), bei hoher Dosis 1,40 (95 %‑KI 1,39–1,41; p < 0,001). Auch die Gesamtdauer der Opioidverschreibungen korrelierte positiv mit der Häufigkeit von Krankenhauseinweisungen.
Ursachenspezifische Muster
Erhöhte Einweisungsraten wurden für mehrere Krankheitsgruppen beobachtet, darunter Infektionen, nichtinfektiöse respiratorische Erkrankungen, orale Erkrankungen, nichtinfektiöse gastrointestinale und genitourinäre Erkrankungen sowie Verletzungen.
Altersabhängige Entwicklung
Der Zusammenhang zwischen pränataler Opioidexposition und Krankenhauseinweisungen nahm mit zunehmendem Alter des Kindes ab, blieb jedoch bis zum fünften Lebensjahr signifikant.
Einschränkungen der Studie
Die Studie stützt sich auf Rezeptdaten, die nicht zwangsläufig die tatsächliche Medikamenteneinnahme widerspiegeln, und es können Residualkonfundierungen bestehen, die nicht vollständig eliminiert wurden.
Bedeutung für die Praxis
Die Ergebnisse legen nahe, dass Kinder von Eltern, die während der Schwangerschaft Opioide erhalten, einer intensiveren postnatalen Überwachung und ggf. gezielten Managementstrategien bedürfen, um das Risiko von Krankenhausaufenthalten zu reduzieren.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS Medicine, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access).
Ende der Uebertragung