Studienziel und Design
Eine aktuelle Studie von Bourauel, Aretz, Petrak, Holz, Mercieca und Liegl vergleicht die Behandlungsergebnisse des PreserFlo™ MicroShunt (PFMS) bei primärem Offenwinkelglaukom (POAG) und pseudoexfoliativem Glaukom (PEXG). Die Autoren führten eine retrospektive, gepaarte Analyse von 50 Augen (25 POAG‑Patienten, 25 PEXG‑Patienten) durch, um Erfolgskriterien und Komplikationsraten zu evaluieren.
Ergebnisse: Erfolgskriterien
Nach zwölf Monaten erreichten die POAG‑Augen bei Erfolgskriterium A (IOP ≤ 21 mmHg + ≥ 20 % Reduktion) eine komplette und qualifizierte Erfolgsrate von 68,0 % bzw. 96,0 %. Bei den PEXG‑Augen lagen die entsprechenden Raten bei 44,0 % und 76,0 % (p = 0,039). Für Kriterium B (IOP ≤ 18 mmHg + ≥ 20 % Reduktion) waren die Raten identisch zu Kriterium A. Kriterium C (IOP ≤ 15 mmHg + ≥ 25 % Reduktion) zeigte 64,0 % bzw. 32,0 % bei POAG und 32,0 % bzw. 52,0 % bei PEXG (p = 0,024 bzw. 0,189). Kriterium D (IOP ≤ 12 mmHg + ≥ 30 % Reduktion) erreichte bei POAG 32,0 % (komplett) und 32,0 % (qualifiziert), bei PEXG 8,0 % und 12,0 % (p = 0,271).
Drucksenkung
Der durchschnittliche präoperative Augeninnendruck betrug bei POAG‑Patienten 25,12 mmHg und bei PEXG‑Patienten 25,64 mmHg (p = 0,98). Nach zwölf Monaten fiel der Druck bei POAG‑Augen auf 12,64 mmHg und bei PEXG‑Augen auf 15,04 mmHg, wobei der Unterschied statistisch signifikant war (p = 0,043).
Medikamentenreduktion
Die mittlere Zahl der drucksenkenden Augentropfen war nach einem Jahr bei POAG‑Patienten 0,52 ± 1,01 und bei PEXG‑Patienten 1,30 ± 1,55, was einen signifikanten Unterschied zugunsten von POAG zeigte (p = 0,031).
Komplikationen
Die Analyse ergab, dass PEXG‑Patienten signifikant häufiger postoperative Komplikationen entwickelten als POAG‑Patienten (p = 0,038). Trotz dieser höheren Komplikationsrate traten keine sehbedrohenden Folgen auf.
Schlussfolgerungen
Die Autoren schließen, dass das PFMS ein sicheres und wirksames Verfahren zur Reduktion des Augeninnendrucks bei beiden Glaukomformen darstellt. Bei POAG‑Patienten werden niedrigere Druckwerte erreicht, während bei PEXG‑Patienten mehr postoperative Interventionen erforderlich sind. Weitere Langzeitstudien seien nötig, um die Ergebnisse zu bestätigen.Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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