Auslöser und Ablauf des Aufstands
Am 25. Dezember 2025 kam es in Neu‑Delhi zu heftigen Zusammenstößen zwischen Hunderten von Demonstranten und der Polizei, nachdem Bangladesch den indischen Gesandten wegen eines Lynchmordes an einem Hindu in Bangladesch beschworen hatte.
Organisation und Aktionen der Demonstranten
Die Proteste wurden von hindu‑nationalistischen Gruppen, darunter die Vishva Hindu Parishad, organisiert. Demonstranten versuchten, die Barrikaden vor der Botschaft Bangladeschs zu durchbrechen, skandierten Slogans, verbrannten Bilder des Interimspräsidenten Muhammad Yunus und trugen Transparente mit Aufrufen zum Boykott Bangladeschs.
Polizeiliche Maßnahmen und Ausweitung
Polizeikräfte setzten Schlagstöcke ein, um die Menge zu zerstreuen; ähnliche Kundgebungen wurden zudem in Jammu und Kashmir sowie in weiteren Regionen gemeldet.
Diplomatische Reaktionen
Das Außenministerium Bangladeschs rief den indischen Hochkommissar Pranay Verma nach den Unruhen zusammen, äußerte Besorgnis über die „gewalttätigen Proteste“ vor diplomatischen Vertretungen und forderte Neu‑Delhi auf, die Sicherheit zu gewährleisten.
Indiens Außenministerium bezeichnete die vorherige Demonstration als eine kleine Versammlung von 20‑25 jungen Männern, die rasch aufgelöst wurde, und bekräftigte das Engagement, ausländische Missionen zu schützen.
Hintergrund des Lynchmordes
Der Vorfall, der die Spannungen auslöste, betraf den 27‑jährigen (nach Reuters) bzw. 25‑jährigen (nach Associated Press) Textilarbeiter Dipu Chandra Das aus dem Distrikt Mymensingh, der von einer Menschenmenge wegen angeblicher Blasphemie gegen den Propheten Mohammed getötet, aufgehängt und verbrannt wurde.
Bis Montag hatte die Polizei Bangladeschs mindestens zehn Personen im Zusammenhang mit dem Mord festgenommen.
Weitere regionale Spannungen
Die Lage verschärfte sich bereits nach dem Tod des Studentenführers Sharif Osman Hadi, einem Kritiker Indiens und ehemaligen Ministerpräsidenten Sheikh Hasina, der am 18. Dezember in einem Krankenhaus in Singapur verstarb, nachdem er zuvor in Dhaka angeschossen worden war. Sein Tod löste landesweite Gewaltausbrüche aus, darunter Brandanschläge auf Medienhäuser und indische diplomatische Einrichtungen.
Der Sprecher der regierenden Bharatiya Janata Party, Amit Malviya, verurteilte den Lynchmord auf X und führte ihn auf „ungezügelten islamischen Extremismus“ zurück, während die Interimsregierung Bangladeschs die Vorwürfe einer mangelnden Minderheitenschutzes zurückwies.
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