Proteste nach starkem Rialverfall breiten sich in Iran aus
Seit dem 28. Dezember 2025 haben sich Proteste in mehreren iranischen Städten ausgebreitet, nachdem der iranische Rial auf ein Rekordtief von 1.450.000 pro US‑Dollar gefallen war. Laut Berichten kam es bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften zu Todesopfern und Verletzten, während zahlreiche Geschäfte und öffentliche Einrichtungen vorübergehend geschlossen wurden.
Ausbreitung der Proteste
Die Unruhen begannen im Grand Bazaar von Teheran und breiteten sich schnell nach Isfahan, Malard, Hamedan, Arak, Qeshm sowie in die kleineren Städte Fasa, Kuhdasht und Azna aus. In Fasa griffen Demonstranten das Büro des Gouverneurs an; in Kuhdasht kam ein Mitglied der Basij‑Miliz ums Leben. Laut lokalen Medien wurden in Azna drei Demonstranten bei dem Versuch, ein Polizeigebäude zu betreten, getötet.
Wirtschaftliche Hintergründe
Der drastische Kursverfall des Rials hat die Preisgestaltung für Rohstoffe, Löhne, Transport und Mieten stark destabilisiert. Ein Händler im Teppichmarkt von Teheran, der aus Sicherheitsgründen anonym bleiben wollte, erklärte, dass die fehlende Stabilität das Geschäft unmöglich mache. Er betonte, dass selbst bei geöffneten Geschäften die Handelstätigkeit aufgrund der volatilen Wechselkurse nicht fortgeführt werden könne.
Reaktion der Regierung
Die Behörden reagierten, indem sie am darauffolgenden Mittwoch öffentliche Ämter und Handelszentren in Teheran sowie in weiteren Städten schlossen und die Schließungen mit kaltem Wetter begründeten. Am Dienstag trafen Regierungsvertreter Vertreter von Handelsverbänden, um Steuererleichterungen, einen Stopp von Steuerstrafen und den Zugang zu subventionierten Devisen für Importe anzubieten.
Wechsel in der Zentralbank
Am selben Tag trat Mohammad Reza Farzin als Gouverneur der Zentralbank zurück, ein Amt, das er seit Dezember 2022 innehatte. Ein Ökonom, der bereits 2022 vor den Folgen von Führungswechseln gewarnt hatte, kommentierte, dass die Personaländerung allein das Absinken des Rials nicht stoppen werde. Er verwies zudem auf internationale Sanktionen, das Risiko einer neuen Auseinandersetzung mit Israel und die politische Isolation als Verstärker der wirtschaftlichen Instabilität.
Ausblick
Der Ökonom schätzte ein, dass das Ende des Grand Bazaar‑Streiks wahrscheinlich sei, da der Basar traditionell enge Verbindungen zur Regierung pflegt. Er wies jedoch darauf hin, dass die weitere Entwicklung von der Härte der Unterdrückungsmaßnahmen und der Einheit oppositioneller Gruppen abhänge. Die Lage bleibt angesichts steigender Lebenshaltungskosten und anhaltender Währungsinstabilität volatil.
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