Ein neues Forschungsprotokoll wurde veröffentlicht, um den Zusammenhang zwischen Depression und dem gleichzeitigen Auftreten mehrerer kardiometabolischer Erkrankungen zu analysieren. Das Vorhaben zielt darauf ab, sowohl die Assoziationsstärke als auch die Prävalenz von kardiometabolischer Multimorbidität (CMM) bei erwachsenen Personen mit Depression zu bestimmen.
Hintergrund
Forscher betonen, dass CMM in den letzten Jahren zunehmend verbreitet ist und mit erheblicher Morbidität sowie Mortalität einhergeht. Bisher sei die Rolle von Depression in der Clusterbildung kardiometabolischer Erkrankungen nicht umfassend untersucht worden, weshalb das vorliegende Projekt als erste systematische Synthese gilt.
Methodik
Die Studie schließt Beobachtungsstudien aller drei gängigen Designs – Kohorten, Fall‑Kontroll und Querschnitt – ein, die Personen ab einem Alter von 18 Jahren untersuchen. Depression muss anhand validierter Diagnosekriterien, standardisierter Screening‑Instrumente oder klinischer Codes erfasst werden. CMM wird definiert als das gleichzeitige Vorhandensein von mindestens zwei kardiometabolischen Erkrankungen, wobei mindestens eine metabolische und eine kardiovaskuläre Komponente enthalten sein muss.
Datenbasis
Systematische Literaturrecherchen werden in den Datenbanken PubMed, Embase und Scopus durchgeführt, wobei der Suchzeitraum von den Anfängen der Datenbanken bis September 2026 reicht und keine Sprachbeschränkungen gelten. Zwei unabhängige Gutachter prüfen Titel, Abstracts und Volltexte, extrahieren relevante Informationen und bewerten das Risiko von Bias mittels des Newcastle‑Ottawa‑Scales für Kohorten‑ und Fall‑Kontroll‑Studien sowie der Joanna‑Briggs‑Institute‑Checkliste für Querschnittstudien.
Datenanalyse
Geplante random‑effects‑Meta‑Analysen sollen adjustierte Assoziationsschätzungen zusammenfassen. Bei ausreichender Verfügbarkeit longitudinaler Daten werden separate Risiko‑Schätzungen erstellt. Zusätzlich wird die Prävalenz von CMM bei Personen mit Depression aggregiert. Heterogenität, Publikationsbias und Subgruppenanalysen nach Alter, Geschlecht, geografischer Region, Erfassungsmethode der Depression sowie Definition von CMM werden durchgeführt, sofern genügend Daten vorliegen. Die Evidenzstärke wird nach dem GRADE‑Verfahren bewertet.
Erwartete Bedeutung
Die Ergebnisse sollen das Verständnis für die Wechselwirkung zwischen psychischer Gesundheit und kardiometabolischer Belastung vertiefen und damit Forschung, klinische Praxis sowie öffentliche Gesundheitsstrategien informieren. Durch die transparente Registrierung im PROSPERO‑Register (CRD420251079959) und die Einhaltung der PRISMA‑P‑Leitlinien wird eine hohe methodische Qualität angestrebt.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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