Am 15. September, dem Tag des Bundesamtes für sanitäre und epidemiologische Aufsicht, traf Präsident Wladimir Putin den Leiter der Bundesbehörde für Verbraucherschutz und Wohlfahrt, Anna Popova, um die aktuelle Leistungsfähigkeit der Behörde zu erörtern. Im Mittelpunkt standen die Vorbereitung der Impfkampagne, die Lage im Bereich der öffentlichen Gesundheit sowie neue digitale Instrumente zum Schutz der Verbraucher.
Impfkampagne und gesundheitliche Lage
Popova schilderte eine stabile sanitäre Situation im Land und wies darauf hin, dass die bevorstehende Grippesaison bereits im Herbst begonnen habe. Die Behörde habe für alle drei Influenzaviren‑Typen (H1N1, H3N2, Influenza B) neue Impfstoffe mit komplett geänderter Antigenzusammensetzung bereitgestellt. Laut Aussage der Behörde sei die Versorgung der Regionen gesichert, und man plane, innerhalb von zweieinhalb Monaten 55 % der Gesamtbevölkerung zu immunisieren, wobei besonders Risikogruppen wie Kinder, Senioren und Beschäftigte im Gesundheitswesen priorisiert würden.
Fortschritte im Verbraucherschutz
Seit der Verabschiedung einer neuen staatlichen Strategie für den Verbraucherschutz habe die Behörde 17 Gesetze und 39 systemische Änderungen des Verbraucherschutzgesetzes erarbeitet und umgesetzt. Ein neues Verfahren für Sammelklagen ermögliche es Betroffenen, nicht mehr einzelne Beschwerden einzureichen. Durch verstärkte administrative Maßnahmen für sozial benachteiligte Bürger sei die Qualität der Beschwerdebearbeitung gestiegen, während der Anteil der Beschwerden auf 14 % des Gesamtvolumens gesunken sei. Die Behörde betreibe 639 Beratungszentren, die monatlich rund eine Million Anfragen bearbeite.
Erfolge vor Gericht und finanzielle Rückflüsse
Die Erfolgsquote bei gerichtlichen Verfahren liege bei 97,9 % zugunsten der Verbraucher, was jährlich etwa vier Milliarden Rubel an Entschädigungen für Betroffene bedeute. Im Vergleich zum Vorjahr sei das Volumen der erfolgreich abgewickelten Fälle fast vervierfacht worden.
Digitale Maßnahmen zur Produktsicherheit
Ein seit anderthalb Jahren eingesetztes digitales Etikettierungssystem verhindere den Verkauf von 862 Millionen abgelaufenen Produkten. Durch Echtzeit‑Verkaufsprüfung an Kassen sei die Verfügbarkeit unsicherer Waren um das 41‑fache reduziert worden. Die farbcodierte Kennzeichnung von Zucker‑, Salz‑ und Transfettgehalt erhalte 88 % positive Nutzerbewertungen, und die Nachfrage nach dieser Funktion sei seit Dezember um das 13‑fache gestiegen.
Grenzkontrollen und Sanitary Shield
Im Rahmen der Initiative „Sanitary Shield“ habe die Behörde die sanitären und Quarantäne‑Kontrollen an den Grenzen vollständig digitalisiert und analysiere kontinuierlich globale Entwicklungen, um die nationale Sicherheit zu stärken.
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