Laut einer im Fachjournal eLife veröffentlichten Studie hat ein Protein, das bislang vor allem mit dilatativer Kardiomyopathie assoziiert wurde, eine wichtige Rolle in bestimmten Hirnzellen. Die Untersuchung konzentrierte sich auf das RNA‑Erkennungs‑Motiv‑Protein 20 (RBM20) und dessen Wirkung im Maus‑Neokortex.
RBM20 in spezifischen neuronalen Zelltypen
Forscher identifizierten RBM20 in parvalbumin‑positiven Interneuronen des Kortex sowie in Mitralzellen der Riechkolben. Diese Zelltypen waren zuvor nicht als Ziel von RBM20‑Regulation bekannt.
Genomweite Bindungsprofile
Durch ein genomweites Mapping zeigte sich, dass RBM20 bevorzugt prä‑mRNA‑Regionen in distalen Introns bindet. Die Bindungsstellen lagen überwiegend in langen Introns, die häufig Gene für synaptische Proteine umfassen.
Auswirkungen des RBM20‑Verlusts
Der Verlust von RBM20 in Neuronen führte zu einer moderaten Veränderung von alternativen Spleißvarianten, jedoch zu einem signifikanten Rückgang einer Reihe reifer mRNA‑Moleküle im Zytoplasma. Der Effekt war besonders stark bei Genen mit langen Introns.
Hypothese zur Spleißtreue
Die Autoren vermuten, dass RBM20 die Genauigkeit der prä‑mRNA‑Spaltung erhöht, indem es nicht‑produktive Spleißereignisse in langen Genen unterdrückt. Dieses Modell erklärt die beobachtete Reduktion von reifen Transkripten.
Verknüpfung von Herz‑ und Hirnforschung
Die Ergebnisse zeigen, dass ein genetischer Risikofaktor für Herzkrankheiten zugleich die Genexpression in Neuronen moduliert. Damit wird ein gemeinsamer regulatorischer Mechanismus zwischen Kardiomyozyten und Nervenzellen offengelegt.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von eLife, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
