Antwort der Bundesregierung
Die Bundesregierung hat in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der AfD‑Fraktion bestätigt, dass religiöse Minderheiten im Irak trotz öffentlicher politischer Bekenntnisse zur friedlichen Koexistenz unter erheblichem Druck stehen. In dem Schreiben vom 26.08.2026 wird betont, dass systematische Diskriminierung durch staatliche Behörden nicht nachgewiesen sei, jedoch die anhaltende politische und wirtschaftliche Instabilität sowie das unzureichende Gewaltmonopol des Staates die Rechte und Sicherheit der Minderheiten beeinträchtigen.
Hintergrund der Unsicherheit
Nach Angaben der Bundesregierung führen Spannungen zwischen verschiedenen religiösen Gruppen zu einer fragilen Lage, die in der Vergangenheit bereits zu Konflikten und Diskriminierung geführt habe. Die unklare Sicherheitslage erschwere den Schutz von Minderheiten, weil staatliche Institutionen nicht überall wirksam agieren könnten.
Auswirkungen des IS
Der Terror des sogenannten „Islamischen Staates“ habe die Situation weiter verschärft. Der Deutsche Bundestag habe 2023 die Gräueltaten an den Jesiden als Genozid anerkannt. Die Terroranschläge auf Kirchen nach dem Irakkrieg 2003 und die Ausrufung des IS‑Kalifats in Mossul 2014 führten zu systematischer Verfolgung und massiven Fluchtbewegungen.
Demografische Entwicklung
Laut Schätzungen der Bundesregierung sank die christliche Bevölkerung im Irak von etwa 1,5 Millionen im Jahr 2003 auf rund 170 000. Diese Reduktion resultiere aus den genannten Terroranschlägen, Vertreibungen und der allgemeinen Unsicherheit im Land.
Betroffene Minderheiten
Neben den Christen seien auch die jesidische Gemeinschaft stark betroffen. Beide Gruppen hätten in den letzten Jahren erhebliche Verluste erlitten und seien weiterhin mit Bedrohungen konfrontiert, die ihre Existenzgrundlage gefährden.
Ausblick
Die Bundesregierung betont, dass trotz fehlender systematischer Diskriminierung die Sicherstellung der Rechte und des Schutzes religiöser Minderheiten im Irak eine wichtige Aufgabe sei. Weitere diplomatische Bemühungen und humanitäre Unterstützung sollen dazu beitragen, die Lage zu stabilisieren und die Sicherheit der betroffenen Gruppen zu verbessern.Dieser Bericht basiert auf Informationen von Deutscher Bundestag, lizenziert unter Amtliches Werk gem. § 5 UrhG (Deutschland).
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