Entwicklung der Mausmodelle
Ein Forschungsteam hat zwei transgene Mauslinien erzeugt, in denen das Protein RIP3 in unterschiedlichem Ausmaß überexprimiert wird. Die Linie RIP3‑Tg weist eine systemische Überexpression auf, während die Linie RIP3‑Tg‑RPE zusätzlich eine gezielte Überexpression im retinalen Pigmentepithel (RPE) zeigt.
Methodik
Die Tiere wurden über einen Zeitraum von bis zu 15 Monaten mittels optischer Kohärenztomographie (OCT) auf strukturelle Veränderungen der Netzhaut untersucht. Ergänzend wurden verhaltensbasierte Sehfunktionstests durchgeführt und molekulare Analysen zur Entzündungsaktivität und zum Zelltodprofil erstellt.
Ergebnisse: Systemische Überexpression
Bei den RIP3‑Tg‑Mäusen zeigte sich ein allmähliches Netzhautdünnerwerden, das mit einem kontinuierlichen Rückgang der Sehfähigkeit einherging. Gleichzeitig wurden die pro‑inflammatorischen Zytokine IL‑1β, TNF‑α und IL‑6 über den Beobachtungszeitraum von 6 bis 15 Monaten dauerhaft erhöht.
Ergebnisse: RPE‑spezifische Überexpression
Die RIP3‑Tg‑RPE‑Mäuse entwickelten bereits nach zwei Monaten signifikante strukturelle Schäden und funktionelle Defizite, die deutlich stärker ausgeprägt waren als bei den systemisch überexprimierenden Tieren.
Bedeutung für die AMD-Forschung
Die Daten deuten darauf hin, dass eine erhöhte RIP3‑Expression im RPE entzündliche Prozesse anregt und damit die Netzhautdegeneration beschleunigt. Damit wird RIP3 als möglicher Beitragender zum Fortschreiten der trockenen AMD identifiziert.
Ausblick
Die beiden Modelle bieten eine wertvolle Plattform, um die Rolle der Nekroptose bei der AMD weiter zu untersuchen und potenzielle therapeutische Ansätze zu testen, die gezielt auf RIP3 abzielen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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