Sonstige: Robot-unterstĂĽtzte Rekonstruktion bei Duplexniere bei Kindern
Eine retrospektive Studie untersuchte die Wirksamkeit einer kombinierten robotisch assistierten end-to-side Ureteroureterostomie (UU) und Lich‑Gregoir-Ureterovesikularreimplantation (UR) bei Kindern mit komplizierten Duplexniere. Zwölf Patienten, die zwischen dem 1. Januar 2021 und dem 1. Januar 2024 operiert wurden, zeigten nach medianer Nachbeobachtungszeit von 19 Monaten signifikante Verbesserungen der anatomischen und funktionellen Parameter.
Studiendesign und Einschlusskriterien
Die Analyse umfasste pädiatrische Patienten mit gleichzeitig vorhandenen Pathologien im oberen und unteren Pol der Duplexniere. Eingeschlossen wurden Fälle mit einer Kombination aus oberen‑Pol‑Anomalien (z. B. ektopische Ureter, Ureterozelen) und unteren‑Pol‑Problemen (z. B. Ureterstrikt, vesikoureteraler Reflux). Alle Eingriffe wurden robotisch unterstützt durchgeführt.
Patientencharakteristik
Von den zwölf Patienten litten neun an Harnwegsinfektionen, zwei an Inkontinenz und ein Patient an Bauchschmerzen. Im oberen Pol wurden zehn ektopische Ureter und zwei Ureterozelen diagnostiziert; im unteren Pol traten vier Ureterstrikturen und acht Fälle von vesikoureteralem Reflux auf.
Operative Parameter
Die mittlere Operationsdauer betrug 177,5 Minuten (Spanne 140–205 Minuten). Die durchschnittliche stationäre Aufenthaltsdauer nach dem Eingriff lag bei fünf Tagen (Spanne 3–7 Tage). Keine intraoperativen Komplikationen wurden berichtet.
Postoperative Komplikationen und Nachbeobachtung
Zwei Patienten entwickelten postoperativ Harnwegsinfektionen, die konservativ behandelt wurden. Während der Nachbeobachtungszeit von median 19 Monaten traten weder anastomotische Stenosen, Harnverlust noch das Ureterstumpf‑Syndrom auf. Wiederholte VCUG‑Untersuchungen zeigten bei keinem Patienten ein Wiederauftreten von vesikoureteralem Reflux.
Radiologische und funktionelle Ergebnisse
Der anteroposteriore Durchmesser des Nierenbeckens (APD) des oberen Pols reduzierte sich von 22,92 ± 9,07 mm auf 7,33 ± 5,03 mm (p < 0,001); die Ureterdurchmesser (UD) von 11,08 ± 3,15 mm auf 5,83 ± 2,41 mm (p < 0,001). Ähnliche signifikante Reduktionen wurden im unteren Pol beobachtet (APD von 14,00 ± 6,25 mm auf 5,25 ± 3,02 mm, p < 0,001; UD von 7,75 ± 2,26 mm auf 4,75 ± 1,36 mm, p = 0,003). Die Nierenfunktion des betroffenen Moieties verbesserte sich von 36,58 ± 4,66 % auf 42,75 ± 3,10 % (p < 0,001).
Interpretation und Bedeutung
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die robotisch assistierte Kombination von UU und Lich‑Gregoir‑UR ein sicheres und effektives Verfahren für die gleichzeitige Rekonstruktion beider Harnwege bei komplexen Duplexniere darstellt. Die signifikanten Verbesserungen in den bildgebenden und funktionellen Messwerten sowie das Fehlen schwerwiegender Komplikationen unterstreichen das Potenzial dieser Technik.
Einschränkungen und Ausblick
Die Studie ist retrospektiv und umfasst nur eine kleine Patientenzahl, wodurch die Generalisierbarkeit der Ergebnisse begrenzt ist. Zukünftige prospektive, multizentrische Studien mit größeren Kohorten sind erforderlich, um die langfristige Wirksamkeit und Kosteneffizienz weiter zu evaluieren.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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