Zwischen 2010 und 2023 sank die Zahl der in Japan erfassten Fälle von Atemwegsinfektionen und Tuberkulose (RIT) von 31,40 Millionen auf 27,52 Millionen, während die Sterblichkeitsrate nur geringfügig zurückging und nach wie vor vor allem bei Personen ab 75 Jahren konzentriert war.
Methodik
Die Analyse beruhte auf standardisierten nationalen und präfekturalen Schätzungen, die jährlich nach Geschlecht und Altersgruppe ausgewertet wurden. Für die Trendbestimmung wurde die geschätzte jährliche prozentuale Veränderung (EAPC) aus log‑linearen Modellen herangezogen.
Entwicklung der Prävalenz
Die Prävalenzrate fiel von 24 536,02 auf 22 070,66 pro 100 000 Einwohner (EAPC −1,11 %). Im Jahr 2023 waren die Fallzahlen zwischen weiblichen und männlichen Personen nahezu ausgeglichen (13,95 Millionen vs. 13,57 Millionen). Trotz sinkender Raten stieg die absolute Zahl der Fälle bei Personen ab 75 Jahren von 2,47 Millionen auf 3,28 Millionen.
Entwicklung der Mortalität
Die Gesamtzahl der Todesfälle sank von 104 048 im Jahr 2010 auf 98 091 im Jahr 2023, wobei die Sterberate von 81,31 auf 78,68 pro 100 000 Einwohner (EAPC 0,83 %) leicht anstieg. Die Mortalität blieb bei männlichen Personen höher als bei weiblichen Personen (61 683 vs. 36 407 im Jahr 2023) und konzentrierte sich zu 87 545 Fällen auf die Altersgruppe ab 75 Jahren, deren Sterberate von 629,40 auf 429,91 pro 100 000 sank.
Regionale Unterschiede
Alle Prävalenzraten der Präfekturen zeigten Rückgänge (−8,47 % bis −56,30 %). Im Gegensatz dazu stieg die Sterblichkeit in den meisten Präfekturen, wobei die größten Zuwächse in Saitama (153,64 %), Chiba (130,41 %) und Osaka (63,79 %) verzeichnet wurden.
Änderungen im Erregerprofil
Der Anteil von Streptococcus pneumoniae an den Todesfällen verringerte sich von 28,9 % auf 20,4 %. Gleichzeitig stieg der Anteil von Staphylococcus aureus von 12,2 % auf 19,0 % und von Legionella‑Arten von 8,6 % auf 11,5 %, insbesondere bei Personen ab 75 Jahren.
Schlussfolgerungen
In einem fortgeschritten alternden Umfeld wie Japan können sinkende RIT‑Prävalenz und gleichzeitig persistierende, älteren Personen konzentrierte Mortalität koexistieren. Die Ergebnisse unterstreichen den Bedarf nach altersfokussierter Versorgung, präfektur‑spezifischer Prävention und einer Therapie, die das sich wandelnde Erregerbild berücksichtigt.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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