Eine dreigliedrige, parallel geführte, individuell randomisierte kontrollierte Studie untersuchte im Jahr 2023 in Äthiopien, ob die tägliche Gabe von einem oder zwei RUTF‑Säckchen nicht schlechter ist als die etablierte Gabe von einem RUSF‑Säckchen bei Kindern mit moderater akuter Unterernährung (MAM).
Studienaufbau und Teilnehmer
Insgesamt wurden 2.414 Kinder im Alter von 6 bis 59 Monaten, die ein MUAC von 11,5–12,4 cm oder einen WHZ zwischen –3 und –2 ohne Ödeme aufwiesen, in die Absicht‑zu‑Behandeln‑Analyse eingeschlossen.
Interventionsarme
Die Teilnehmenden wurden randomisiert entweder einem Arm mit einem 540‑kcal‑Säckchen RUSF pro Tag (1‑RUSF), einem Arm mit einem 500‑kcal‑Säckchen RUTF pro Tag (1‑RUTF) oder einem Arm mit zwei Säckchen RUTF pro Tag (2‑RUTF) zu.
Ergebnisse der Erholungsraten
Nach 16 Wochen betrug die Erholungsquote 84,8 % (679 von 801) im 1‑RUSF‑Arm, 85,0 % (674 von 793) im 1‑RUTF‑Arm und 88,1 % (721 von 818) im 2‑RUTF‑Arm. Die Risikodifferenzen gegenüber dem Standard (1‑RUSF) lagen bei +0,2 Prozentpunkten (95 %‑KI [–3,3, 3,7]; p = 0,944) für 1‑RUTF und +3,4 Prozentpunkten (95 %‑KI [0,0, 6,7]; p = 0,050) für 2‑RUTF, wobei beide Arme die Nichtunterlegenheitsgrenze von 6 Prozentpunkten erfüllten.
Zusätzliche Befunde
Anthropometrische Zuwächse und die mittlere Aufenthaltsdauer von 56 Tagen zeigten keine signifikanten Unterschiede zwischen den drei Gruppen.
Ressourcenverbrauch
Der Verbrauch an Produkt war für 1‑RUSF und 1‑RUTF vergleichbar, während 2‑RUTF einen 1,6‑fach höheren Produktbedarf erforderte.
Einschränkungen und Schlussfolgerungen
Die Studie beschränkte sich auf eine einzelne RUSF‑Formulierung und nutzte ein intensives Screening‑Verfahren, das zu einer früheren Fallfindung führte. Die Ergebnisse legen nahe, dass sowohl ein RUTF‑Säckchen täglich als auch ein RUSF‑Säckchen täglich wirksame Optionen für die MAM‑Supplementierung darstellen. Die Wahl des Produkts kann daher nach Verfügbarkeit, Kosten und operativen Rahmenbedingungen getroffen werden.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS Medicine, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access).
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