Kernforderung der Ryukyuans
Während einer Sitzung des UN‑Expertenmechanismus für die Rechte indigener Völker am 13. Juli forderten Vertreter von ryukyuischen NGOs und Experten die japanische Regierung auf, die Ryūkyūan‑Gemeinschaft offiziell als indigene Gruppe anzuerkennen und die durch US‑Militärbasen verursachten Probleme zu lösen.
Historischer Kontext
Die Ryūkyū‑Königreiche, die seit dem 14. Jahrhundert eigenständig waren, wurden 1872 von Japan annektiert. Seitdem wurden über ein Jahrhundert hinweg Assimilationsmaßnahmen ergriffen, darunter die Ersetzung traditioneller Familiennamen, das Verbot lokaler Religionen und die Unterdrückung der ryukyuischen Sprache, die 2009 von der UNESCO als gefährdet eingestuft wurde.
UN‑Empfehlungen und japanische Reaktion
Seit 2008 haben verschiedene UN‑Gremien insgesamt sechs Empfehlungen abgegeben, Japan solle die Ryūkyūan‑Menschen als indigene Gruppe anerkennen. Trotz dieser Empfehlungen hat die japanische Regierung bislang keine offizielle Anerkennung erteilt.
Vergleich mit den Ainu
Im Gegensatz dazu wurde die indigene Stellung der Ainu im Jahr 2008 anerkannt und 2019 im Ainu‑Politik‑Förderungsgesetz verankert. Dennoch erhalten die Ainu keine vollständigen Selbstbestimmungs‑ und Landrechte nach der UN‑Deklaration über die Rechte indigener Völker (UNDRIP).
US‑Militärbasen in Okinawa
Derzeit betreiben die USA 31 aktive Militäranlagen auf Okinawa, die etwa 15‑18 % der Inselfläche beanspruchen. Die Präsenz resultierte aus der Besetzung nach dem Zweiten Weltkrieg und der strategischen Nutzung während des Koreakriegs und des Vietnamkriegs. Gesundheitsbedenken bestehen wegen nachgewiesener PFAS‑Kontaminationen, die mit Löschschaum in Verbindung gebracht werden.
Lokale Opposition und Sicherheitsdebatte
Die Mehrheit der Bewohner Okinawas lehnt eine Erweiterung der Militäranlagen ab; Gouverneur Denny Tamaki hat wiederholt eine Reduzierung der US‑Streitkräfte gefordert. Gleichzeitig äußern manche Bürger Bedenken, dass ein Eingeständnis indigener Rechte zu Landansprüchen führen könnte, die die strategische Nutzung der Stützpunkte gefährden würden.
UN‑Expertenmeinung
Ein Vertreter des AIPR forderte das UN‑Mechanismus auf, Japan stärker zu drängen, den Zugang zu wirksamen Rechtsmitteln nicht mit Fragen der Jurisdiktion, Sicherheitsabkommen oder der Nicht‑Anerkennung indigener Rechte zu verknüpfen.
Auswirkungen auf Landansprüche
Eine offizielle Anerkennung könnte den Ryūkyūan‑Gemeinschaften rechtliche Grundlagen für Landforderungen geben, was angesichts der bereits an die USA übergebenen Flächen komplex ist. Die japanische Regierung betrachtet die US‑Streitkräfte als wesentlichen Faktor zur Wahrung der regionalen Sicherheit gegenüber China und Nordkorea.
Ausblick
Die Ryūkyūan‑Bewegung steht vor der Herausforderung, indigene Selbstbestimmung mit nationalen Sicherheitsinteressen zu vereinbaren, während die internationale Gemeinschaft weiterhin Druck auf Japan ausübt, die UN‑Empfehlungen umzusetzen.Dieser Bericht basiert auf Informationen von Global Voices, lizenziert unter Quelle beachten. Lizenzangabe konnte nicht eindeutig zugeordnet werden.
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