Im Südwesten der USA hat der Wasserstand im San Carlos Reservoir in den letzten Jahren dramatisch abgenommen. Im Mai 2026 war das Reservoir fast leer, während es im Juni 2023 noch zu etwa 60 % gefüllt war.
Wasserstandsentwicklung
Satellitenaufnahmen des Operational Land Imager (OLI) von Landsat 9 und Landsat 8 zeigen den Unterschied deutlich: Das Bild von Juni 2023 präsentiert ein ausgedehntes Gewässer, das Bild von Mai 2026 zeigt lediglich 389 acre‑feet Wasser – weniger als 1 % der Gesamtkapazität.
Ursachen des RĂĽckgangs
Im Winter 2026 fiel die Schneemenge im Einzugsgebiet des Gila River auf nur 2 % des Medianwertes von 1991‑2020 für den Monat März. Der daraus resultierende April‑Durchfluss erreichte lediglich 39 % des Normalwertes. Zusätzlich wurden im Frühjahr obligatorische Wasserabgaben für die Landwirtschaft getätigt, was den Pegel weiter senkte.
Auswirkungen auf die Fischpopulation
Am 5. Juni 2026 wurde das Reservoir unbegrenzt geschlossen, nachdem sinkende Sauerstoffwerte fast alle Fische getötet hatten. Betroffen waren Arten wie Largemouth‑Bass, Black‑Crappie, Bluegill, Channel‑Catfish, Flathead‑Catfish sowie eingepflanzte Arten wie Brown‑Trout und Rainbow‑Trout. Die Zersetzung der toten Fische kann laut San Carlos Recreation and Wildlife Department gesundheitliche Risiken für Personen darstellen, die das Wasser betreten.
Historische Vergleiche
Seit der Fertigstellung des Coolidge Dam im Jahr 1930 war das Reservoir mindestens 20‑mal fast leer. Bereits bei der Einweihung wuchs Gras auf dem trockenen Grund, worauf der Humorist Will Rogers dem damaligen Präsidenten Calvin Coolidge sagte: „If that was my lake, I’d mow it.“ Größere Fischsterben traten 1976 und 2018 auf; 1976 starben über 5 Millionen Fische, und die Wiederherstellung des Ökosystems dauerte fünf Jahre.
Ausblick und Wetterprognosen
Der U.S. Drought Monitor bestätigt eine mehrjährige Dürre im Einzugsgebiet des Gila River. Ein von NOAA im Mai 2026 veröffentlichter Monsun‑Ausblick gibt jedoch eine 33‑bis 50‑prozentige Chance für überdurchschnittliche Regenfälle im Sommer. Ein sich verstärkendes El Niño im östlichen Pazifik könnte die Regenwahrscheinlichkeit im Südwesten der USA zusätzlich erhöhen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von NASA Earth Observatory, lizenziert unter Public Domain (U.S. Government Work).
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