Satellitenmessungen belegen seit mehreren Monaten einen deutlichen Anstieg der Meeresoberflächentemperatur im tropischen Pazifik. Die Beobachtungen gelten als das klarste frühe Signal dafür, dass das Klimaphänomen El Niño wieder aktiv ist. Die Temperaturabweichungen liegen deutlich über dem langjährigen Mittelwert und werden von der Europäischen Weltraumorganisation ESA bereitgestellt.
Frühe Anzeichen des El Niño
Ein El Niño beginnt typischerweise mit einer subtilem Erwärmung der Meeresoberfläche im zentralen und östlichen Pazifik. Die aktuelle Temperaturanomalie, gemessen vom 1. bis 7. Juni 2026, liegt mehrere Grad über dem Durchschnitt von 1991‑2020. Diese Abweichungen lassen sich leicht anhand von Referenzmustern erkennen, da sie im Vergleich zum langfristigen Mittelwert hervortreten.
Messmethoden und Satelliten
Die Daten stammen aus den Messungen der Copernicus‑Sentinel‑3‑Satelliten, die täglich die Meeresoberflächentemperatur mit einer Genauigkeit von besser als 0,3 K erfassen. Zusätzlich liefert das Sentinel‑6‑Altimetrie‑Programm Informationen zu Meeresspiegelanomalien, die mit der Erwärmung des Ozeans zusammenhängen.
Auswirkungen auf das globale Wetter
Ein Anstieg der Pazifiktemperatur kann die atmosphärische Zirkulation verändern und damit Wetterextreme weltweit begünstigen. Zu den möglichen Folgen zählen intensivere Hitzeperioden, stärkere Regenfälle, Dürren sowie veränderte Sturmzüge in mittleren Breiten. In Europa kann ein gestörter Polarwirbel die Wahrscheinlichkeit für anhaltende Kaltphasen erhöhen, wenn weitere Faktoren wie die quasi‑biennale Oszillation hinzukommen.
Zusammenhang mit anderen Klimaphänomenen
Wissenschaftler betonen, dass El Niño nicht allein für winterliche Wetterlagen verantwortlich ist. Vielmehr wirkt es zusammen mit anderen natürlichen Schwankungen, etwa der quasi‑biennalen Oszillation, und kann die Anfälligkeit des Klimasystems für großräumige Zirkulationsänderungen erhöhen.
ZukĂĽnftige Beobachtungen und Missionen
Die ESA plant die Einführung des Sentinel‑3C‑Satelliten im Herbst, um die Kontinuität der Temperatur‑ und Höhenmessungen zu sichern. Durch die Kombination von Satellitendaten, Wetterballons und numerischen Modellen soll die Vorhersagegenauigkeit für kommende El‑Niño‑Ereignisse verbessert werden.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von ESA, lizenziert unter Quelle beachten. Lizenzangabe konnte nicht eindeutig zugeordnet werden.
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