Satellitendaten werden genutzt, um Frühwarnsysteme zu betreiben, die Regierungen und Gemeinschaften helfen, klimabedingte Risiken schneller zu erkennen und gezielt zu reagieren. Im Rahmen des ESA‑Programms FutureEO wurden zusammen mit Partnern Systeme entwickelt, die sowohl Heuschreckenplagen in Ostafrika als auch Ausbrüche von Dengue‑ und Malariaerkrankungen vorhersagen.
Frühwarnsystem gegen Heuschrecken
Durch die Kombination von Copernicus‑Sentinel‑Daten mit dem statistischen Modell MaxEnt können Behörden in Ostafrika potenzielle Brutgebiete von Wüstenheuschrecken identifizieren. Das System liefert alle zehn Tage standortbezogene Warnungen, sodass Maßnahmen gegen die flugunfähigen Jungstadien (Hopper) rechtzeitig eingeleitet werden können.
Ergebnisse in Ostafrika
Die Anwendung hat zu einer deutlichen Reduktion des Pestizideinsatzes geführt: In Äthiopien sank der jährliche Verbrauch von Insektiziden von über 1,1 Millionen Litern (2019‑2021) auf rund 6 000 Liter. Gleichzeitig konnten Ernteausfälle gemindert und Versicherungsansprüche besser dokumentiert werden.
Digitale Plattform für Dengue und Malaria
Ein weiteres Projekt verbindet Erdbeobachtungsdaten mit maschinellem Lernen, um das Risiko von Dengue‑ und Malariaausbrüchen vorherzusagen. Die Plattform, entwickelt von ESA’s Φ‑lab für UNICEF, wandelt Klima‑ und Umweltdaten in Risikokarten um, die Gesundheitsbehörden ermöglichen, Kliniken vorzubereiten und Impf‑ sowie Sprühaktionen gezielt zu planen.
Leistung des DIRE‑Modells
Pilotstudien in Brasilien und Peru zeigen, dass das Disease Incidence and Resource Estimator (DIRE) Modell bestehende Vorhersagemethoden übertrifft. Die Initiative wurde 2022 von UNICEF als eine der wichtigsten Forschungsinitiativen ausgezeichnet und zählt zu den Top‑100 KI‑Lösungen der UNESCO für die nachhaltigen Entwicklungsziele.
Bedeutung für Klimaanpassung
Die Beispiele verdeutlichen, dass Raumfahrttechnologie nicht nur Beobachtungen liefert, sondern konkrete Handlungsoptionen schafft. Durch offene Daten und offene Software können weitere Regionen von den frühen Warnungen profitieren und ihre Resilienz gegenüber klimabedingten Bedrohungen stärken.
Aussage der ESA‑Leitung
Simonetta Cheli, Direktor des Earth‑Observation‑Programms der European Space Agency, betonte am 22. April: „Solide Evidenz ist die Grundlage wirksamer Maßnahmen zum Schutz unseres Planeten. Wir werden weiterhin die Erde beobachten, das wissenschaftliche Verständnis vertiefen und sicherstellen, dass weltraumbasierte Erkenntnisse Politik, Resilienz und Nachhaltigkeit zugutekommen.“
Dieser Bericht basiert auf Informationen von European Space Agency, lizenziert unter Quelle beachten. Lizenzangabe konnte nicht eindeutig zugeordnet werden.
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