Wissenschaftler beobachten, dass die Konzentration von gelösten Salzen an der Meeresoberfläche bereits frühzeitig auf die Entstehung eines El Niño‑Ereignisses hinweisen kann. Die Analyse basiert auf Messungen des europäischen Satelliten SMOS sowie ergänzender Daten von NASA‑Missionen und anderen Beobachtungsprogrammen im Jahr 2026.
Salz als Indikator des Wasserkreislaufs
Meeressalz, gemessen als Oberflächensalzgehalt, reagiert schnell auf Veränderungen von Niederschlag, Verdunstung und Flusszufluss. Zusammen mit der Temperatur bestimmt das Salz die Dichte des Meerwassers und steuert damit die globalen Meeresströmungen, die Wärme und Feuchtigkeit transportieren.
Verschiebung des Süßwasserpools
Unter normalen, neutralen Bedingungen halten starke Passatwinde einen großen, salzarmen Süßwasserpool im westlichen Pazifik zurück. Während eines El Niño schwächen sich diese Winde ab oder kehren um, sodass der Pool nach Osten driftet und gleichzeitig salzhaltigere Wassermassen nach Westen vordringen.
Beobachtungen der letzten Jahre
Die Satellitenaufnahmen aus den Jahren 2023 und 2024 dokumentierten bereits eine deutliche Ostverschiebung des Süßwasserpools. Im laufenden Jahr 2026 zeigen aktuelle Daten, dass die östliche Grenze des Pools weiter nach Osten wandert und gleichzeitig Regengebiete im Pazifik frischer und trockene Zonen salziger werden.
Stellungnahme des Missionsmanagers
Klaus Scipal, SMOS‑Missionsmanager, erklärte: „Salz ist ein Fingerabdruck des Wasserkreislaufs. Während Temperaturen die Wärmemenge im Ozean anzeigen, gibt das Salz Aufschluss darüber, wo Süßwasser ein- oder austritt.“
Entwicklung eines Salz‑Index
Forscher arbeiten an einem speziellen Salz‑Index für das ENSO‑Phänomen, der die räumlichen Muster des Oberflächensalzes nutzt, um Vorhersagen zu Zeitpunkt und Stärke zukünftiger El Niño‑Ereignisse zu verbessern.
Langfristige Bedeutung der SMOS‑Mission
Seit dem Start im Jahr 2009 liefert SMOS kontinuierlich Daten zur Meeresoberflächensalz und zur Bodenfeuchte. Die über 15‑jährige Messreihe stärkt das Verständnis des globalen Wasserkreislaufs, der Ozeanzirkulation und der Klimavariabilität.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von European Space Agency, lizenziert unter Quelle beachten. Lizenzangabe konnte nicht eindeutig zugeordnet werden.
Ende der Uebertragung