USA: Schulbasierte Aufklärung erhöht Wissen über diabetische Retinopathie, Praxisverhalten unverändert
Hintergrund
In Bhimeshwor Municipality, Nepal, wurde eine quasi‑experimentelle Studie durchgeführt, um zu prüfen, ob ein von Schulgesundheitspflegern unterstütztes Kind‑zu‑Familie‑Programm das Wissen über diabetische Retinopathie (DR) steigern kann. Ziel war es, sowohl das Wissen der Schüler der Klassen 7 und 8 als auch das ihrer Familienmitglieder zu verbessern und mögliche Verhaltensänderungen zu beobachten.
Methodik
Die Untersuchung umfasste 140 Schüler (je 70 im Interventions‑ und Kontrollbereich) und jeweils ein zugehöriges Familienmitglied ab 30 Jahren. Die Stichprobe wurde proportional zufällig aus drei staatlichen Schulen ausgewählt, wobei eine Schule die Intervention erhielt. Über sechs Wochen führten Schulgesundheitspfleger ein Unterrichtsprogramm durch, das anschließend von den Schülern zu Hause weitergegeben wurde. Daten wurden mittels standardisierter Fragebögen (Selbstauskunft für Schüler, persönliche Interviews für Familienmitglieder) sowie Fokusgruppen und einem Schlüsselinterview erhoben. Analysen erfolgten mit deskriptiven und nicht‑parametrischen Tests.
Ergebnisse bei Schülern
Nach der Intervention zeigte die Interventionsgruppe einen signifikanten Anstieg des DR‑Wissens (Median‑Score 0–16, p < 0,001) mit einer großen Effektstärke von 0,853. Die Verbesserungen betrafen sowohl Faktenwissen als auch praktische Fertigkeiten im Umgang mit der Erkrankung.
Ergebnisse bei Familienmitgliedern
Bei den Familienmitgliedern der Interventionsgruppe wurden signifikante Verbesserungen in Wissen (Median 0–10, p < 0,001), Einstellung, wahrgenommener Verhaltenskontrolle, subjektiven Normen, Schweregradwahrnehmung und Selbstwirksamkeit (alle p < 0,001) festgestellt. Trotz dieser positiven Entwicklungen blieb das tatsächliche Präventionsverhalten unverändert.
Verhaltensänderungen
Die Analyse ergab keinen statistisch signifikanten Unterschied zwischen Interventions‑ und Kontrollgruppe hinsichtlich regelmäßiger Augenuntersuchungen, Blutzucker‑ und Blutdruckkontrollen, ausgewogener Ernährung oder körperlicher Aktivität (p = 0,875).
Qualitative Erkenntnisse
Die Fokusgruppen und das Schlüsselinterview bestätigten die quantitativen Befunde: Die teilnehmenden Schüler berichteten von erhöhtem Bewusstsein und einer stärkeren Absicht, das Gelernte an ihre Familien weiterzugeben. Familienmitglieder äußerten ein gesteigertes Interesse an DR‑Prävention, jedoch fehlten konkrete Umsetzungspläne.
Langzeitwirkung und Ausblick
Etwa die Hälfte der Schüler behielt nach Abschluss des Programms ein hohes Maß an Informationsweitergabe bei. Die Autoren schließen, dass die Stärkung von Wissen und Einstellungen machbar ist, ein nachhaltiger Verhaltenswandel jedoch längerfristige Interventionen erfordert.
Registrierung
Die Studie wurde im Australian New Zealand Clinical Trials Registry (ANZCTR) unter der Nummer ACTRN12625000560493 am 02.06.2025 registriert.Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
Ende der Uebertragung