Eine aktuelle Metaanalyse von 16 experimentellen Studien mit insgesamt 281 Teilnehmenden hat ergeben, dass selbst gewählte Pausenintervalle im Vergleich zu fest vorgegebenen Intervallen einen geringen, aber signifikanten Vorteil für die Aufrechterhaltung der Trainingsleistung bieten können.
Hintergrund
Die Dauer von Erholungspausen ist ein zentraler Faktor in der Trainingsplanung, da sie sowohl die unmittelbare Leistungsfähigkeit als auch physiologische Reaktionen beeinflusst. Während traditionelle Programme feste Pausenzeiten nutzen, gewinnen selbst gewählte Pausen, die auf individueller Wahrnehmung basieren, zunehmend an Interesse.
Methodik
Die Studie folgte den PRISMA‑Richtlinien und durchsuchte die Datenbanken Web of Science, PubMed, Cochrane Library und Embase bis zum 20. März 2026. Eingeschlossen wurden akute experimentelle Untersuchungen, die selbst gewählte mit festen Pausen verglichen. Zur Analyse wurde ein dreistufiges Random‑Effects‑Modell verwendet, um die Abhängigkeit mehrerer Effektgrößen pro Studie zu berücksichtigen.
Ergebnisse zur Leistungsfähigkeit
Der Gesamteffekt für die Trainingsleistung war nicht signifikant (g = 0,27, 95 % KI [‑0,14, 0,69], p = 0,29) und zeigte erhebliche Heterogenität zwischen den Studien. Nach dem Ausschluss von Ausreißern ergab sich jedoch ein kleiner, aber signifikanter Vorteil für selbst gewählte Pausen (g = 0,20, 95 % KI [0,08, 0,33], p < 0,01).
Physiologische Parameter
Für die Herzfrequenz wurde kein Unterschied festgestellt (g = 0,002, p = 0,98). Auch die Blutlaktatwerte unterschieden sich nicht signifikant (g = ‑0,20, p = 0,36).
Interpretation und Einschränkungen
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass selbst gewählte Pausenintervalle vergleichbare physiologische Reaktionen hervorrufen wie feste Pausen, jedoch unter bestimmten Bedingungen die Leistung leicht verbessern können. Die Sensitivität gegenüber Ausreißern und die beobachtete Heterogenität erfordern jedoch Vorsicht bei der Verallgemeinerung.
Praktische Implikationen
Trainer könnten in Erwägung ziehen, Athleten die Möglichkeit zu geben, Pausendauern nach persönlichem Empfinden zu wählen, insbesondere wenn das Ziel die Aufrechterhaltung der Leistung in wiederholten Belastungen ist.
Ausblick
Weitere Forschung sollte größere Stichproben und standardisierte Messverfahren einsetzen, um die Bedingungen zu identifizieren, unter denen selbst gewählte Pausen den größten Nutzen bieten.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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