Eine Meta‑Analyse von 24 randomisierten kontrollierten Studien mit insgesamt 1.110 Teilnehmenden hat die Wirksamkeit sensorimotorischer Interventionen auf das Gleichgewicht von älteren Menschen untersucht. Die Analyse zeigte signifikante Verbesserungen sowohl beim dynamischen als auch beim statischen Gleichgewicht und identifizierte nicht‑lineare Dosis‑Wirkungs‑Beziehungen sowie altersbedingte Modulationseffekte.
Methodik
Forscher führten bis Februar 2026 eine systematische Suche in fünf wissenschaftlichen Datenbanken durch und wählten Studien aus, die sensorimotorische Interventionen bei Personen im höheren Lebensalter evaluierten. Für die statistische Auswertung wurde ein Random‑Effects‑Modell mit standardisierten Mittelwertdifferenzen (Hedges’ g) verwendet. Nicht‑lineare Zusammenhänge wurden mittels Restricted Cubic Spline (RCS) und Meta‑Regression analysiert.
Ergebnisse – Dynamisches Gleichgewicht
Der Timed Up and Go Test (TUGT) verbesserte sich um einen standardisierten Mittelwertunterschied von g = ‑0,89 (Q = 78,19), wobei die Evidenzlage als niedrig eingestuft wurde. Die nicht‑lineare Analyse ergab eine signifikante Kurve (p = 0,004), die auf eine mögliche Abschwächung der Effektgröße bei einer kumulierten Interventionsdauer von etwa 1.000 Minuten hinweist.
Ergebnisse – Statisches Gleichgewicht und neuromuskuläre Kontrolle
Die Berg‑Balance‑Skala (BBS) zeigte eine Verbesserung von g = 0,94 (Q = 21,14) mit hoher Evidenz. Neuromuskuläre Kontrollparameter, gemessen als Center of Pressure mit offenen (COP‑EO) und geschlossenen Augen (COP‑EC), verbesserten sich um g = ‑0,66 bzw. g = ‑0,34, wobei die Evidenz von niedrig bis moderat reichte. Für das statische Gleichgewicht wurde kein signifikanter Dosis‑Zusammenhang nachgewiesen.
Dosis‑Wirkungs‑Analyse
Die RCS‑Modellierung verdeutlichte, dass die Beziehung zwischen Gesamtdosis und dynamischer Balance nicht linear verläuft. Während moderate Dosen positive Effekte erzeugen, tendiert die Wirksamkeit bei sehr hohen Gesamtdauern (≈ 1.000 Minuten) zu einer relativen Abschwächung. Für das statische Gleichgewicht bestand kein statistisch signifikanter Zusammenhang.
Einfluss des Alters
Eine Meta‑Regression ergab, dass ein höheres Durchschnittsalter der Teilnehmenden die Vorteile für das dynamische Gleichgewicht signifikant mindert (p = 0,047). Der Einfluss auf das statische Gleichgewicht war statistisch nicht nachweisbar.
Schlussfolgerungen für die Praxis
Die Ergebnisse legen nahe, dass die Optimierung von Sturzpräventionsprogrammen eine präzise Dosierung und Berücksichtigung des Alters erfordert, anstatt pauschal höhere Interventionsvolumina anzustreben. Die Studie ist unter der Registrierungsnummer INPLASY202630061 im Systematic Review Register gelistet.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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