Im Osten der Demokratischen Republik Kongo melden Hilfsorganisationen einen Anstieg sexueller Übergriffe gegen geflüchtete Personen, die auf der Suche nach Erwerbsarbeit sind. Die Vorfälle betreffen vor allem Menschen, die in provisorischen Lagern leben und täglich in umliegende Städte ziehen, um Geld zu verdienen.
Hintergrund des Konflikts
Seit den 1990er‑Jahren ist die DR Kongo von anhaltenden bewaffneten Auseinandersetzungen betroffen. Mehr als 100 aktive bewaffnete Gruppen operieren im Land, wobei die jüngste Eskalation im Jahr 2012 im Norden der Provinz Kivu begann, als die M23‑Rebellen erneut auftraten.
Berichte von Betroffenen
Einige der Betroffenen schildern, dass sie beim Versuch, einfache Hausarbeiten zu übernehmen, von Männern in den Häusern überfallen wurden. Ein junger Geflüchteter berichtete, dass er für 5 000 kongolesische Franc pro Wäscheauftrag in ein Haus gerufen wurde, dort jedoch von einem Sohn des Auftraggebers sexuell missbraucht wurde. Weitere Betroffene aus dem Don‑Bosco‑Lager betonen, dass die Notlage sie anfällig für solche Übergriffe mache.
Rechtlicher Rahmen
Nach Artikel 170 des kongolesischen Strafgesetzbuches wird Vergewaltigung mit einer Freiheitsstrafe von fünf bis zwanzig Jahren geahndet. Trotz dieser gesetzlichen Vorgaben scheuen viele Betroffene die Anzeige aus Angst vor Vergeltungsmaßnahmen.
Reaktionen von Behörden und NGOs
Rechtsanwalt Patrick Musambali betont die Notwendigkeit, die bestehenden Gesetze konsequent umzusetzen. Gleichzeitig weisen Psychologe Semu Sikulimwenge und die Frauenrechtsorganisation Women Power darauf hin, dass psychosoziale Unterstützung und Aufklärung über Rechte entscheidend seien, um ein sicheres Umfeld zu schaffen.
Maßnahmen zur Unterstützung
Humanitäre Organisationen fördern kleine Einkommensprojekte, um die wirtschaftliche Unabhängigkeit der Betroffenen zu stärken. In einigen Lagern haben Geflüchtete bereits Kleinhandel aufgenommen, indem sie Lebensmittel von lokalen Anbietern kaufen und weiterverkaufen, um ihren Lebensunterhalt zu sichern.
Ausblick
Experten fordern ein verstärktes Engagement von Regierungsstellen und internationalen Helfern, um strukturelle Schutzmaßnahmen zu etablieren und die Strafverfolgung von Tätern zu gewährleisten. Ohne konsequente Durchsetzung drohen weitere Übergriffe.
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