Antwort der Bundesregierung
Die Bundesregierung hat auf eine Kleine Anfrage der AfD‑Fraktion reagiert und dabei Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sowie des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) veröffentlicht.
Fluchtzahlen und Binnenvertriebene
Nach den genannten Quellen sind in Nigeria aktuell 3,6 Millionen Menschen innerhalb des Landes vertrieben, während rund 400.000 Nigerianer in Nachbarländern Schutz suchen.
Charakterisierung der Lage
Die Vereinten Nationen beschreiben die Situation nicht primär als Religionskonflikt, sondern als ein Zusammenwirken verschiedener Faktoren und Konfliktlinien, darunter Terrorismus, Banditentum, ethnische Spannungen sowie Ressourcenkonflikte.
Vielfältige Gewaltakteure
Zu den genannten Akteuren zählen Banditengruppen, organisierte Kriminalität, dschihadistische Organisationen wie Boko Haram, Ableger des Islamischen Staates sowie separatistische Bewegungen.
Ressourcenkonflikte zwischen Bauern und Viehhirten
Im Zentrum des Landes stehen klimatisch bedingte Ressourcenkonflikte zwischen mehrheitlich christlichen sesshaften Bauern und mehrheitlich muslimischen teilnomadischen Viehhirten, die zu gewaltsamen Auseinandersetzungen führen.
Stellungnahme zu Genocide Watch
Die Organisation Genocide Watch spricht von einem Genozid an Christen in Nigeria; die Bundesregierung hat sich zu dieser Einordnung bislang nicht geäußert.
Weitere Hinweise
Die Antwort der Bundesregierung ist unter dem Aktenzeichen 21/7618 veröffentlicht; die zugrunde liegende Kleine Anfrage trägt das Aktenzeichen 21/7189.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Deutscher Bundestag, lizenziert unter Amtliches Werk gem. § 5 UrhG (Deutschland).
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