Sierra Leone stärkt zervikale Krebsversorgung durch internationale Zusammenarbeit
Sierra Leone hat durch enge Zusammenarbeit von Gesundheitsministerium, World Health Organization (WHO) und internationalen Partnern die Versorgung von Frauen mit Gebärmutterhalskrebs deutlich ausgebaut. Seit 2022 konnten mehr als 34 000 Frauen screened werden, und seit 2024 wurden erste lebensrettende Operationen im Land durchgeführt.
Landesweite Screening‑Abdeckung
Bis November 2025 war in allen 16 Bezirken mindestens ein Screening‑Standort eingerichtet, insgesamt 25 funktionierende Einrichtungen. Damit erreichte das Programm 100 % der Bezirke und ermöglichte Frauen den Zugang zu Früherkennung ohne Auslandsreisen.
Methoden und Integration
Gesundheitspersonal nutzt die visuelle Inspektion mit Essigsäure (VIA) sowie thermische Ablation und das Loop‑Electrosurgical‑Excision‑Procedure (LEEP), um präkanzeröse Läsionen sofort zu behandeln. Die Angebote sind in sexuelle‑ und reproduktive Gesundheitsdienste sowie HIV‑Programme integriert, um Risikogruppen gezielt zu erreichen.
Ausbildung von Gesundheitspersonal
Das Ministerium hat zusammen mit WHO alle 16 Bezirke mit geschultem Personal ausgestattet. WHO organisierte Trainings und stellte finanzielle Mittel bereit, sodass Ärzte, Pflegekräfte und Kliniker die genannten Verfahren eigenständig durchführen können.
Chirurgische Camps und lokale Kapazität
Seit 2024 wurden drei chirurgische Camps in Zusammenarbeit mit Sambia durchgeführt. Insgesamt 11 Frauen erhielten frühzeitige Operationen, wobei gynaekologische Onkologen aus Sambia lokale Spezialisten mentorierten und so das nationale Fachwissen ausbauten.
Patientenerfahrungen
Ramatulai Kamara, die 2024 operiert wurde, berichtete nach der Behandlung: „Ich hatte kein Geld für eine Reise nach Ghana, deshalb war ich sehr froh über die Operation. Eine Woche später war ich wieder im Geschäft.“ Ihr Fall illustriert den direkten Nutzen der neuen Angebote.
Zentrale Einrichtungen
Das Princess Christian Maternity Hospital in Freetown dient als Hauptreferral‑ und Lehrkrankenhaus für Frauenheilkunde. Dort wurde ein Screening‑ und Präventionszentrum eingerichtet, das laut medizinischem Leiter Dr. Amadu Sesay die Gesundheitsversorgung von Frauen nachhaltig stärkt.
Unterstützung durch WHO
WHO unterstützt das Ministerium weiterhin bei der Finanzierung der Nationalen Politik und Strategie zur Eliminierung von Gebärmutterhalskrebs. Ein Investitionsplan liefert einen klaren Finanzierungsrahmen und koordiniert Beiträge von Gavi, dem privaten Sektor und weiteren Partnern.
Zukunftsperspektiven
Die kombinierten Maßnahmen bilden ein Fundament für ein widerstandsfähiges und gerechtes Gesundheitssystem. Das Ziel bleibt die vollständige Eliminierung von Gebärmutterhalskrebs, wobei Regierung, UN‑Agenturen und Partner gemeinsam die nächsten Schritte planen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von World Health Organization (WHO), lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
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