Der Kontrollbetrieb der ESA hat die Software an Bord der Hera‑Raumsonde erfolgreich aktualisiert, sodass das Fahrzeug nun für die bevorstehende Asteroiden‑Phase bereit ist. Das Update wurde aus einer Entfernung von rund 140 Millionen Kilometern durchgeführt und schließt die Vorbereitung auf die Untersuchung der Asteroiden Dimorphos und Didymos im Herbst ein.
Fernsteuerung des Updates
Die Installation erfolgte ausschließlich über Textbefehle, die über 35‑Meter‑Antennen an das Ziel im All gesendet wurden. Aufgrund der Distanz beträgt die einseitige Signalverzögerung fast acht Minuten, sodass jede Anweisung präzise getimt werden muss.
Doppelte Neustarts
Nach dem Upload musste die Raumsonde zweimal neu gestartet werden, um die neue Software zu aktivieren. Die beiden Neustarts wurden nacheinander evaluiert, und beide verliefen planmäßig ohne Fehlermeldungen.
Testkampagne
Vor dem Flugdurchlauf wurde die Software in einer mehr als eineinhalbjährigen Testphase auf einem Funktionsmodell der Hera bei dem Auftragnehmer OHB in Bremen geprüft. Insgesamt 50 Testtage umfassten Simulationen der autonomen Navigation, der Kommunikation mit den beiden CubeSats und der Interaktion mit den Zielastroiden.
Aussagen des Projektteams
Anna Schiavo, Operationsingenieur für die Hera‑Raumsonde, erklärte, dass das Update die Inbetriebnahme aller verbleibenden Instrumente und die Nutzung autonomer Funktionen ermögliche. Sylvain Lodiot, Leiter der Abteilung für äußeres Sonnensystem und planetare Verteidigung, betonte, dass die Software auf einem funktionalen Nachbau der Sonde getestet wurde. Caglayan Guerbuez, Missionsmanager, wies darauf hin, dass die Mission aufgrund des geplanten Starts im Oktober 2024 unter Zeitdruck stehe, um den günstigen Startfenster‑Korridor nach einem Mars‑Flyby zu nutzen.
Ziel der Mission
Hera ist die erste planetare Verteidigungsmission der ESA. Sie wird den Dimorphos‑Asteroiden, der bereits durch die DART‑Mission im September 2022 von seiner Umlaufbahn abgelenkt wurde, detailliert untersuchen. Ziel ist es, die Auswirkungen des kinetischen Einschlags zu analysieren und damit die Grundlagen für zukünftige Abwehrmaßnahmen gegen erdnahe Objekte zu schaffen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von ESA, lizenziert unter Quelle beachten. Lizenzangabe konnte nicht eindeutig zugeordnet werden.
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