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Sozioökonomischer Status beeinflusst Behandlungsergebnisse bei kindlicher Adipositas unterschiedlich in Schweden und Deutschland
AI GENERATED 09.07.2026 21:00 Wissenschaft und Forschung

Sozioökonomischer Status beeinflusst Behandlungsergebnisse bei kindlicher Adipositas unterschiedlich in Schweden und Deutschland

Eine aktuelle Studie aus Schweden und Deutschland hat gezeigt, dass der sozioökonomische Status (SES) die Ergebnisse einer dreijĂ€hrigen, verhaltens- und lebensstilbasierten Therapie gegen kindliche Adipositas beeinflusst, wobei die…

Eine aktuelle Studie aus Schweden und Deutschland hat gezeigt, dass der sozioökonomische Status (SES) die Ergebnisse einer dreijÀhrigen, verhaltens- und lebensstilbasierten Therapie gegen kindliche Adipositas beeinflusst, wobei die Effekte zwischen den beiden LÀndern variieren.

Studienaufbau und Datenbasis

Die Untersuchung basiert auf zwei Kohorten: dem schwedischen Childhood Obesity Treatment Register (BORIS) und dem deutsch/österreichisch/schweizerischen Adiposity Patients Register (APV). Insgesamt wurden 45 804 Kinder mit Adipositas erfasst, von denen 31 293 (18 588 in Schweden und 12 705 in Deutschland) mindestens sechs Monate Therapie erhalten hatten. Der SES wurde in Schweden mittels eines individuellen Index und in Deutschland ĂŒber einen rĂ€umlichen Index in Quintile eingeteilt. Analysiert wurden Änderungen des Body‑Mass‑Index‑Standard‑Score (BMI‑SDS), Remissionsraten und TherapieabbrĂŒche, jeweils angepasst an Geschlecht, Ausgangs‑ObesitĂ€tsgrad, Altersgruppe und Migrationshintergrund.

Ergebnisse: Baseline‑BMI und sozioökonomischer Status

In beiden LĂ€ndern zeigte sich ein signifikanter Zusammenhang zwischen niedrigerem SES und einem höheren Ausgangs‑BMI‑SDS (p < 0,001), sodass Kinder aus sozial schwĂ€cheren Schichten bereits zu Therapie­beginn stĂ€rker von Übergewicht betroffen waren.

Ergebnisse Schweden: Keine signifikante Wirkung

In Schweden konnte kein statistisch signifikanter Zusammenhang zwischen dem SES und der VerĂ€nderung des BMI‑SDS ĂŒber die Behandlungsdauer nachgewiesen werden (p = 0,143). Das durchschnittliche Maß der BMI‑SDS‑Reduktion unterschied sich demnach nicht merklich zwischen den SES‑Quintilen.

Ergebnisse Deutschland: GrĂ¶ĂŸere Reduktion bei höherem SES

In Deutschland hingegen war ein höherer SES mit einer stĂ€rkeren Reduktion des BMI‑SDS verbunden (p < 0,001). Nach zwei Behandlungsjahren betrug die Reduktion im höchsten SES‑Quintil –0,36 (95 % CI [‑0,38, ‑0,34]), nach drei Jahren –0,34 (95 % CI [‑0,38, ‑0,29]). Der Unterschied zwischen höchstem und niedrigstem SES war nach zwei Jahren am grĂ¶ĂŸten (‑0,12, 95 % CI [‑0,13, ‑0,12]) und nach drei Jahren leicht reduziert (‑0,05, 95 % CI [‑0,07, ‑0,03]).

Remission und Abbruch der Behandlung

Die Wahrscheinlichkeit einer ObesitĂ€tsremission wies in beiden LĂ€ndern einen sozioökonomischen Gradient auf: In Schweden lag die Adjustierte Remissionswahrscheinlichkeit im höchsten SES‑Quintil bei 0,49 gegenĂŒber 0,37 im niedrigsten Quintil; in Deutschland 0,53 gegenĂŒber 0,45. Die entsprechenden Rate‑Ratios betrugen 1,63 (95 % CI [1,44, 1,86]) bzw. 1,35 (95 % CI [1,22, 1,50]) (p < 0,001 fĂŒr beide). In Deutschland war das Risiko eines Therapieabbruchs bei höherem SES signifikant niedriger (Odds Ratio 0,82, 95 % CI [0,74, 0,90], p < 0,001), wĂ€hrend in Schweden kein Zusammenhang erkennbar war.

Interpretation und Schlussfolgerungen

Die Studie verdeutlicht, dass der SES in Deutschland mit besseren Therapieergebnissen verbunden ist, wÀhrend in Schweden keine derartigen Unterschiede beobachtet wurden. Die Autoren weisen darauf hin, dass Messunterschiede und lÀnderspezifische Kontextfaktoren eine Rolle spielen könnten und dass unbeobachtete klinische sowie familiÀre Faktoren das Ergebnis potenziell verfÀlschen können. Insgesamt bestÀtigt die Analyse, dass sozioökonomische Ungleichheiten die Behandlung von kindlicher Adipositas beeinflussen, wobei die AusprÀgung dieser Ungleichheiten lÀnderspezifisch variiert.

Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS Medicine, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugÀnglich.

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