Spiritualität schützt vor Endothel-Dysfunktion bei gesunden Erwachsenen
Studienaufbau
In einer Querschnittstudie wurden 148 gesunde Erwachsene im Alter von 18 bis 60 Jahren untersucht, um den Zusammenhang zwischen spirituellem Wohlbefinden (SWB) und Endothel‑Dysfunktion (ED) zu analysieren. Die Untersuchung ergab, dass 39,2 % der Teilnehmenden eine ED aufwiesen.
Methodik
Die Forscher nutzten den FACIT‑Sp‑Fragebogen zur Erfassung von SWB, den PHQ‑9 zur Messung von Depressionssymptomen, den GAD‑7 zur Erfassung von Angst und die brachiale Arterien‑Flow‑Mediated‑Dilation (FMD) zur Bestimmung der Endothelfunktion. Anschließend wurden logistische Regressions‑ und Diskriminanzanalysen durchgeführt, um unabhängige Prädiktoren für ED zu identifizieren.
Hauptergebnisse
Die multivariate logistische Regression zeigte, dass ein höheres SWB mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit für ED verbunden war (OR = 0,929; p = 0,005). Gleichzeitig erhöhten ein höherer Body‑Mass‑Index (OR = 1,130; p = 0,016), das Vorliegen einer generalisierten Angststörung (OR = 2,551; p = 0,035) und einer schweren depressiven Episode (OR = 3,740; p = 0,038) das Risiko für ED signifikant.
Unabhängigkeit von psychischen Belastungen
Selbst nach dem Ausschluss von Teilnehmenden mit diagnostizierter Angst oder Depression blieb das SWB signifikant invers mit ED assoziiert, was auf einen eigenständigen schützenden Effekt hindeutet.
Dimensionen des spirituellen Wohlbefindens
Die Diskriminanzanalyse ergab, dass die Dimensionen „innere Ruhe“ und „Lebenssinn“ die Gruppe mit intakter Endothelfunktion von der Gruppe mit ED deutlich unterschieden, während die Dimension „Glauben“ keinen signifikanten Unterschied zeigte.
Interpretation und Bedeutung
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass spirituelle Faktoren, insbesondere das Erleben innerer Ruhe und eines sinnstiftenden Lebens, mit einer besseren Gefäßfunktion verbunden sind. Damit erweitern die Befunde das Bild traditioneller kardiovaskulärer Risikofaktoren um psychosoziale und spirituelle Komponenten.
Limitationen und Ausblick
Das Querschnittdesign erlaubt keine kausalen Schlussfolgerungen, und die Erhebung von SWB, Angst und Depression beruhte auf Selbstberichten. Zukünftige prospektive Studien sollten prüfen, ob Interventionen zur Förderung von innerer Ruhe und Lebenssinn langfristig die Endothelfunktion verbessern können. Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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