Eine Analyse von 93 Demographic and Health Surveys aus 17 Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen, die zwischen 1990 und 2023 durchgeführt wurden, hat mittels statistischer Anpassungen neue Schätzungen für Totgeburten, frühneonatale Sterblichkeit und perinatale Sterblichkeit geliefert. Die Untersuchung umfasste 1.019.253 Schwangerschaften, die von 733.181 Frauen gemeldet wurden, und zeigte sowohl rückläufige Trends als auch anhaltende sozioökonomische Ungleichheiten.
Datengrundlage und methodischer Ansatz
Die Forscher nutzten reproduktive Kalenderdaten, wobei nur Schwangerschaften mit einer Gestationsdauer von mindestens sieben Monaten berücksichtigt wurden, um der Definition von Totgeburten zu entsprechen. Alterspezifische Risiken wurden mittels Lebenstafelmethode und eines modifizierten Gompertz‑Makeham‑Modells (mGM) geschätzt, das typische Qualitätsprobleme von Umfragedaten korrigiert, darunter Untererfassung, Fehlklassifizierung zwischen Totgeburten und Todesfällen in den ersten Lebenstagen sowie Alters‑Heaping.
Trendanalysen
Der gepoolte jährliche Rückgang betrug –0,60 Todesfälle pro 1.000 Geburten für Totgeburten (95 % KI [–0,78, –0,41]), –0,50 für frühneonatale Sterblichkeit (95 % KI [–0,66, –0,35]) und –1,08 für perinatale Sterblichkeit (95 % KI [–1,40, –0,76]). Trotz dieser allgemeinen Abnahmen variierten die Trends stark zwischen den einzelnen Ländern.
Sozioökonomische Determinanten
Die Analyse ergab, dass ein urbaner Wohnort, höhere mütterliche Bildung, wohlhabendere Haushalte und höhere nationale Human‑Development‑Index‑Werte mit niedrigeren perinatalen Sterblichkeitsraten verbunden waren. Im Gegensatz dazu war ein mütterliches Alter von 30 Jahren oder älter mit einem höheren Risiko assoziiert.
Empfindlichkeitsprüfung
Eine Sensitivitätsanalyse, die alternative Annahmen über Untererfassung und Fehlklassifizierung prüfte, bestätigte die Robustheit der länderspezifischen Ergebnisse.
Einschränkungen der Studie
Die Autoren wiesen darauf hin, dass mögliche Restuntererfassungen von Schwangerschaftsverlusten, das Fehlen von Daten zu Todesursachen und die Annahme konstanter perinataler Sterblichkeitsmetriken über unterschiedliche Settings hinweg die Ergebnisse beeinflussen könnten.
Schlussfolgerungen und Ausblick
Die Anpassung von Umfragedaten kann die Nutzung von Haushaltsbefragungen zur Schätzung von Totgeburten und frühneonataler Sterblichkeit verbessern. Obwohl die meisten Länder Fortschritte verzeichnen, bleibt die Reduktion der perinatalen Sterblichkeit ungleich verteilt. Die Autoren betonten, dass die Stärkung von Gesundheitsdiensten für Mütter und Neugeborene sowie die Verbesserung von Datensystemen entscheidend seien, um die globalen Zielvorgaben für die Reduktion perinataler Sterblichkeit zu erreichen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS Medicine, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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