International: Strategie für nachhaltige Gesundheitsfinanzierung in Afrika bis 2035
Hintergrund
Rund 385 Millionen Menschen in der afrikanischen Region geraten jährlich aufgrund von Ausgaben aus der eigenen Tasche in Armut oder noch tiefer in Armut. Gleichzeitig stehen Regierungen unter wachsendem finanziellem Druck, weil die öffentlichen Ausgaben stagnieren, die Schuldenlast steigt und externe Unterstützung zurückgeht.
Strategieziele
Auf der 76. Sitzung des WHO-Regionalausschusses für Afrika in Addis Abeba wurde eine neue Strategie für die Finanzierungszukunft des Gesundheitswesens (2026‑2035) verabschiedet. Sie soll sicherstellen, dass die Bevölkerung weiterhin Zugang zu qualitativ hochwertigen Gesundheitsdiensten hat, ohne finanzielle Not zu erleiden, und gleichzeitig die Resilienz der Gesundheitssysteme stärken.
Prioritäre Handlungsfelder
Die Strategie definiert sieben Handlungsbereiche: Stärkung der Governance im Gesundheitsfinanzwesen, Erhöhung der inländischen Mittelbeschaffung, Verbesserung der Mittelzusammenlegung, strategischer Einkauf von Gesundheitsleistungen, Modernisierung des öffentlichen Finanzmanagements, Stärkung der Finanzierung essentieller öffentlicher Gesundheitsfunktionen und Förderung effizienterer Ressourcennutzung.
Quantitative Zielsetzungen
Bis 2035 sollen 56 % der Mitgliedstaaten eine nachhaltige Steigerung der staatlichen Gesundheitsausgaben nachweisen, weitere 56 % die finanzielle Absicherung ihrer Bevölkerung verbessern und 75 % über aktuelle nationale Gesundheitsfinanzstrategien verfügen, die eine effektive Mittelmobilisierung unterstützen.
Aussage des Regionaldirektors
Dr. Mohamed Janabi, WHO‑Regionaldirektor für Afrika, betonte: „Gesundheit ist eine der besten Investitionen eines Landes. Nachhaltige Finanzierung erfordert jedoch mehr als nur höhere Mittel – sie verlangt kluge, gerechte und widerstandsfähige Investitionen, die Menschen vor finanzieller Not schützen und die Systeme stärken.“
Erwartete Auswirkungen
Durch die Umsetzung der Reformen sollen Effizienzgewinne erzielt, der finanzielle Schutz ausgebaut und die begrenzten Ressourcen zu größerer gesundheitlicher Wirkung führen. Langfristig soll die Zahl der Menschen, die wegen Gesundheitsausgaben in Armut geraten, deutlich sinken.
Umsetzungsschwerpunkte
Der Fokus liegt auf einer stärkeren Mobilisierung heimischer Ressourcen, einer besseren Zusammenlegung von Gesundheitsmitteln, einem strategischeren Einkauf von Leistungen und einer zeitgemäßen öffentlichen Finanzverwaltung, um zukünftige Schocks besser abfedern zu können.
Frühere Reformen
In den vergangenen zwei Jahrzehnten haben zahlreiche Länder wichtige Reformen im Gesundheitsfinanzwesen eingeleitet, doch die Fortschritte bleiben ungleich verteilt. Direktzahlungen der Haushalte machen nach wie vor durchschnittlich 35 % der Gesamtausgaben aus – deutlich über dem WHO‑Benchmark von 20 % – und viele Staaten sind stark von externer Finanzierung abhängig, die künftig zurückgehen dürfte.
Ausblick
Mit der neuen Strategie verpflichten sich die afrikanischen Länder, Finanzierungsmechanismen zu schaffen, die für kommende Generationen nachhaltig, gerecht und widerstandsfähig sind. Dieser Bericht basiert auf Informationen von WHO, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
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