UN-Vertreter haben am Freitag eine Verschärfung der humanitären Lage im kubanischen Gesundheitssektor gemeldet. Edem Wosornu vom Büro für die Koordination humanitärer Angelegenheiten (OCHA) und Altaf Musani von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) berichteten, dass anhaltende Stromausfälle und Kraftstoffknappheit die medizinische Versorgung stark beeinträchtigen.
Stromausfälle und Medikamentenknappheit
In einigen Regionen dauern Blackouts bis zu 20 Stunden, wodurch nicht dringende Operationen ausgesetzt werden müssen. Mehr als 100.000 Patienten, darunter 11.000 Kinder, warten auf Operationen, die durch die Energiekrise verzögert wurden. Rund fünf Millionen Menschen mit chronischen Erkrankungen riskieren Unterbrechungen lebenswichtiger Therapien, darunter über 16.000 Personen, die Strahlentherapie benötigen, und mehr als 12.000, die sich einer Chemotherapie unterziehen.
Eingeschränkte medizinische Leistungen
Die Unterbrechungen betreffen Notfallversorgung, Blutbanken, Labore, Impfprogramme sowie Mutter‑ und Kindergesundheit. Viele Kliniken kämpfen mit einem Mangel an medizinischen Verbrauchsgütern und instabiler Stromversorgung, was die Durchführung grundlegender diagnostischer Verfahren erschwert.
Schwangerschaft und Geburt
Etwa 32.000 schwangere Frauen sehen sich erhöhten Risiken ausgesetzt, weil Diagnostik, Transport und stabile Stromversorgung für Neonatologie‑Geräte eingeschränkt sind. Wosornu berichtete, dass Pflegepersonal Wasser die Treppen hinauftragen muss, während Frauen gebären, weil Pumpen nicht funktionieren.
Erhöhtes Krankheitsrisiko
Durch die Störungen in Wasser‑, Sanitär‑ und Kühlsystemen steigt das Risiko für vektor‑ und wasserübertragene Erkrankungen wie Dengue‑Fieber und Chikungunya. Impfprogramme bleiben zwar in Betrieb, sind jedoch wegen Unterbrechungen in der Kühlkette und Lieferengpässen stark belastet.
Aufruf zu schneller Hilfe
Wosornu und Musani hoben die Widerstandsfähigkeit des lokalen Pflegepersonals hervor und forderten ein sofortiges Eingreifen der internationalen Gemeinschaft. „Lebensrettende Hilfe muss ohne Verzögerungen an die Menschen gelangen“, betonte Wosornu. Musani verwies darauf, dass das Fortbestehen der Krise ohne rasche Unterstützung zu einer weiter eskalierenden humanitären Notlage führen könnte.
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