Hintergrund
Im Jahr 2022 wurde eine Online-Umfrage unter 678 trainierten Laien durchgeführt, um den Zusammenhang zwischen wahrgenommenen Barrieren und der Bereitschaft zur Durchführung von Basis‑Lebensrettungsmaßnahmen (BLS) zu untersuchen. Die Untersuchung nutzte das Modell der geplanten Handlung (Theory of Planned Behaviour) und berücksichtigte die Sorge um eine Infektion als möglichen Moderatoreffekt.
Methodik
Die Stichprobe wurde mittels Convenience‑Sampling gewonnen. Zur Analyse kamen Strukturgleichungsmodelle zum Einsatz. Ein Modell, das Barrieren in zwei Subskalen (leistungsbezogene und kulturelle Barrieren) aufteilte, zeigte bessere Anpassungswerte (χ2/df = 3.224, CFI = 0.966, RMSEA = 0.057) als ein Modell mit einer einzigen Barrierekategorie.
Ergebnisse zu Barrieren
Leistungsbezogene Barrieren standen in starkem, signifikant negativem Zusammenhang mit der wahrgenommenen Verhaltenskontrolle (β = ‑0.74, p < 0.001). Kulturelle Barrieren beeinflussten die Einstellung (β = ‑0.34, p < 0.001) und die subjektiven Normen (β = ‑0.16, p < 0.001), jedoch nicht die wahrgenommene Verhaltenskontrolle (β = 0.01, p = 0.905).
Einfluss auf die BLS‑Absicht
Die Konstrukte Einstellung, subjektive Normen und wahrgenommene Verhaltenskontrolle zeigten alle signifikante Effekte auf die BLS‑Absicht (β = 0.14–0.56, p < 0.001).
Moderation durch Infektionssorge
Die Analyse der Untergruppen ergab, dass die Sorge um eine Infektion die Beziehung zwischen kulturellen Barrieren und Einstellung signifikant moderierte. Bei geringer Sorge betrug der Effekt β = ‑0.474 (p < 0.001), bei hoher Sorge β = ‑0.326 (p < 0.001); der Unterschied war statistisch signifikant (Δχ2(1)=6.319, p=0.012).
Schlussfolgerungen und Ausblick
Die Studie liefert empirische Evidenz dafür, dass die Einbindung wahrgenommener Barrieren in ein intention‑fokussiertes Modell die Vorhersage der Bereitschaft von Laien zur Durchführung von Wiederbelebungsmaßnahmen verbessert. Künftige Forschung sollte Prioritäten bei den identifizierten Barrieren setzen und Strategien entwickeln, die positive Einstellungen, subjektive Normen und wahrgenommene Verhaltenskontrolle stärken, um die Bereitschaft zu erhöhen.Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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