Hintergrund und Zielsetzung
Zwischen dem 1. November 2021 und dem 31. Dezember 2023 untersuchten Forscher die Umsetzung von Sedierungsbewertung, spontanen Aufwach‑ und Atemversuchen (SAT und SBT) in drei Intensivstationen in Vietnam. Ziel war es, aktuelle Praktiken zu beschreiben, Hindernisse und Förderfaktoren zu identifizieren und die lokale Kapazität für Qualitätsverbesserungen zu bewerten.
Methodik
Die Studie kombinierte eine prospektive, schnelle Evaluation mit registrierungsbasierter Messung täglicher Pflegeprozesse, Prozess‑Mapping, Beobachtungen, Fokus‑gruppen‑Diskussionen, halbstrukturierten Interviews und einer strukturierten Bewertung organisationaler Kapazitäten. Analysen erfolgten anhand des Consolidated Framework for Implementation Research (CFIR) und des Model for Understanding Success in Quality (MUSIQ).
Zentrale Ergebnisse
Die Sedierung wurde überwiegend qualitativ und nicht mit standardisierten Instrumenten beurteilt. SAT und SBT wurden ausschließlich nach individuellem ärztlichem Ermessen durchgeführt, ohne einheitliche Protokolle.
Identifizierte Barrieren
Als wesentliche Hindernisse nannten die Beteiligten das Fehlen lokal angepasster Protokolle, Sicherheitsbedenken, die durch Personalknappheit verstärkt wurden, sowie verwirrende Terminologie und unterschiedliche Rollenverständnisse im Pflegeteam.
Ermöglichende Faktoren
Unterstützend wirkten Qualitäts‑Improvement‑Champions, ein registrierungsbasiertes Audit‑ und Feedback‑System, gezielte Schulungsangebote und enge Partnerschaften zwischen den beteiligten Krankenhäusern.
Empfehlungen fĂĽr die Praxis
Die Autoren schlagen vor, settingspezifische Protokolle zu entwickeln, die Terminologie zu vereinheitlichen, das Personal regelmäßig mit Feedback zu versorgen, Champions zu benennen, Schulungen zu den klinischen Prozessen anzubieten und vorhandenes internes Fachwissen gezielt zu nutzen.
Bedeutung und Ausblick
Obwohl die identifizierten Barrieren denen in hoch‑einkommensländern ähneln, werden sie durch lokale Rahmenbedingungen wie Personalmangel und Rollenkonflikte verstärkt. Die vorgeschlagenen Maßnahmen könnten zudem auf andere pflegerische Prozesse und Settings übertragbar sein.Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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