USA: Studie aus Ghana deckt Lücke zwischen Lebensmittelsicherheitswissen und -praxis bei Hausfrauen auf
Eine aktuelle Untersuchung aus dem Ho Municipality im Volta Region, Ghana, hat ergeben, dass trotz hoher Kenntnisstände über Lebensmittelsicherheit nur ein kleiner Teil der befragten Frauen sichere Praktiken im Haushalt umsetzt. Die Studie beantwortet die Fragen, welche Faktoren das Wissen beeinflussen und wie stark das Verhalten von den Kenntnissen abweicht.
Hintergrund und Zielsetzung
Lebensmittelsicherheit im Haushalt bleibt ein kritischer, jedoch häufig vernachlässigter Aspekt der öffentlichen Gesundheit, insbesondere in Entwicklungsländern, wo die Zubereitung überwiegend zu Hause erfolgt. Ziel der Untersuchung war es, das Wissen, die Wahrnehmungen und die tatsächlichen Praktiken von weiblichen Haushaltsmitarbeitern in Ho Municipality zu erfassen.
Methodisches Vorgehen
Die Forschenden setzten ein community‑basiertes Querschnittsdesign ein und befragten 386 weibliche Haushaltsmitarbeiterinnen im Alter von 18 Jahren und älter. Die Stichprobe wurde mittels einer Kombination aus purposiver und systematischer Auswahl aus den Haushalten der Region gezogen. Daten wurden durch einen halbstrukturierten Fragebogen erhoben, der im persönlichen Interview ausgefüllt wurde. Die Auswertung erfolgte mit SPSS 22 unter Anwendung von deskriptiven Statistiken, Chi‑Quadrat‑Tests und ordinaler logistischer Regression (Signifikanz‑Level p ≤ 0,05).
Erkenntnisse zum Wissen
Die Befragten zeigten ein hohes Bewusstsein für Lebensmittelsicherheit: 81,9 % gaben an, persönliche Hygiene beim Kochen zu beachten, und 86,5 % erkannten, dass mangelhafte Hygiene zu Kontamination führen kann. Dennoch war das Wissen über spezifische Aspekte begrenzt; 60,1 % kannten die korrekte Gefriertemperatur von –18 °C nicht.
Erkenntnisse zur Praxis
Die Praxis wies deutliche Defizite auf: Nur 22,5 % wuschen Lebensmittel regelmäßig vor der Verwendung, und 42,2 % wuschen sich die Hände vor dem Kochen. Risikoverhalten war verbreitet, etwa das Schmecken von Speisen mit bloßen Händen (43,8 %) oder die Nutzung desselben Schöpflöffels während des gesamten Kochvorgangs (31,1 %).
Einfluss des Bildungsniveaus
Die Analyse ergab, dass das Bildungsniveau der einzige signifikante Prädiktor für gutes Wissen war (p = 0,001). In der logistischen Regressionsanalyse blieb die Bildung nach Anpassung der anderen Variablen der alleinige unabhängige Prädiktor (adjustiertes OR = 3,66, 95 % CI 1,72–7,79, p = 0,001) für tertiär‑ versus primär‑gebildete Befragte.
Schlussfolgerungen und Handlungsbedarf
Die Ergebnisse verdeutlichen eine klare Diskrepanz zwischen Wissen und tatsächlichem Verhalten bei weiblichen Haushaltsmitarbeitern in Ho Municipality. Die Forschenden empfehlen gezielte, praxisorientierte und kulturell angepasste Interventionen, die über reine Aufklärung hinausgehen und Verhaltensänderungen fördern, um vermeidbare lebensmittelbedingte Erkrankungen, insbesondere bei Kindern, zu reduzieren.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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