Eine aktuelle Untersuchung aus Jordanien hat die Wahrnehmungen und Erfahrungen von Apothekern hinsichtlich ihrer Tätigkeit im Bereich Gesundheitsförderung und Prävention erfasst. Die Befragung erfolgte zwischen Januar und April 2025 in Amman und umfasste fünfzehn Apotheker, die mittels halbstrukturierter Interviews befragt wurden.
Vielfältige und sich wandelnde Rollen
Die Befragten beschrieben ein breites Spektrum an Aufgaben, das über die klassische Medikamentenausgabe hinausgeht. Zu den genannten Tätigkeiten zählen Aufklärung über Risikofaktoren, Durchführung von Screening‑Maßnahmen und Unterstützung bei der Lebensstiländerung von Patienten.
Barrieren bei der Servicebereitstellung
Mehrere Hindernisse wurden benannt. Ein hohes Arbeitsvolumen, geringe Patientenbeteiligung, fehlende Wertschätzung seitens der Apothekeninhaber und das Fehlen finanzieller Anreize erschweren die Umsetzung von Präventionsmaßnahmen. Diese Faktoren reduzieren die Bereitschaft der Apotheker, zusätzliche Dienstleistungen anzubieten.
Professionelle Anforderungen und Weiterbildung
Die Studie betont die Notwendigkeit kontinuierlicher Fortbildung, einer verbesserten Ausbildung im Studium und einer intensiveren Zusammenarbeit mit Ärzten. Ohne gezielte Schulungsangebote und klare Kompetenzprofile würden Apotheker ihre Potenziale im Präventionsbereich nur eingeschränkt nutzen können.
Auswirkungen auf Patienten und Gesundheitssystem
Apotheker berichteten, dass ihre Interventionen zu einer verbesserten Gesundheitskompetenz der Patienten, zu besserer Therapieadhärenz und zu einer Entlastung des Gesundheitssystems führen können. Gleichzeitig wurde ein positiver Effekt auf die berufliche Zufriedenheit der Apotheker selbst festgestellt.
Schlussfolgerungen und Handlungsempfehlungen
Nach Angaben der Studie von Ibrahim et al. (2025) wird die Integration von Apothekern in öffentliche Gesundheitsstrategien durch strukturelle, bildungsbezogene und motivational‑bezogene Maßnahmen unterstützt. Empfohlen werden gezielte Trainingsprogramme, infrastrukturelle Verbesserungen, stärkere Kooperationen zwischen Apothekern und Ärzten sowie Aufklärungskampagnen für die Bevölkerung.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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