USA: Studie beleuchtet Entscheidungsfaktoren für HPV‑Impfung in Kwara, Nigeria
Im Oktober 2023 startete die nigerianische Regierung eine kostenlose Impfkampagne gegen das humane Papillomavirus (HPV) für Mädchen im Alter von 9 bis 14 Jahren. Eine qualitative Untersuchung analysierte, welche Faktoren die Impfentscheidung von Pflegepersonen in der Region Ilorin East, Bundesland Kwara, beeinflussten. Dabei wurden 41 Pflegepersonen (Durchschnittsalter 47 Jahre, 71 % weiblich) befragt.
Methodisches Vorgehen
Die Forschung nutzte Fokusgruppen, die mittels purposiver und Schneeball‑Sampling‑Methoden rekrutiert wurden. Fünf Sitzungen wurden durchgeführt: vier mit Impf‑Akzeptanz (n = 35) und eine mit Impf‑Ablehnung (n = 6). Die Gespräche fanden in Yoruba statt, wurden audio‑aufgezeichnet, wörtlich transkribiert und mit Braun‑und‑Clarke‑Reflexiver thematischer Analyse ausgewertet.
Vertrauens‑ und Akzeptanzebenen
Die Analyse identifizierte Vertrauen als zentrales Motiv auf drei Ebenen: institutionell (Vertrauen in staatliche Programme), interpersonell (Kompetenz von Gesundheitsfachkräften) und gemeinschaftlich (Unterstützung durch religiöse bzw. traditionelle Führer).
Historische Misstrauen und Fehlwahrnehmungen
Ein historisches Misstrauen gegenüber medizinischen Interventionen, verstärkt durch Erfahrungen mit der COVID‑19‑Pandemie, äußerte sich in Bedenken bezüglich Fruchtbarkeit und angeblicher Bevölkerungs‑Kontrolle.
Persönliche Motivationen und Bedenken
Pflegepersonen, die persönliche Erfahrungen mit Krebserkrankungen hatten, zeigten eine höhere Impfbereitschaft. Gleichzeitig beeinflussten Sorgen über die sexuelle Entwicklung von Kindern die zeitliche Planung der Impfung.
Barrieren trotz kostenfreier Bereitstellung
Geografische Ungleichheiten (z. B. abgelegene Fulani‑Hausa‑Gemeinden), fehlende Übersetzer für Hausa, Lücken im schulbasierten Impfangebot sowie indirekte Kosten für Transport und Zeit stellten weitere Hürden dar.
Empfehlungen fĂĽr die Umsetzung
Die befragten Pflegepersonen schlugen Haus‑zu‑Haus‑Kampagnen, mehrsprachige Serviceangebote, Einbindung traditioneller Führer und dauerhafte Impfzentren vor, um die Impfquote zu erhöhen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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