Studienaufbau und Methode
Eine qualitative Untersuchung wurde an einem deutschen akademischen Pflegezentrum durchgeführt. Insgesamt wurden 14 halbstrukturierte Interviews mit 17 Befragten – zehn Patienten und sieben Angehörigen – geführt. Die Gespräche erfolgten sowohl einzeln als auch in Paaren, um unterschiedliche Perspektiven zu erfassen. Die Auswertung erfolgte mittels qualitativer Inhaltsanalyse, wobei zentrale Themen systematisch kodiert wurden.
Erste EindrĂĽcke der Befragten
Zu Beginn berichteten viele Befragte von Unsicherheit und Skepsis gegenüber palliativer und hospizlicher Versorgung. Diese Vorbehalte beruhen häufig auf fehlendem Vorwissen und der Assoziation mit dem Lebensende. Im Verlauf der Gespräche zeigte sich jedoch, dass direkte Erfahrungen die Einstellung positiv beeinflussten und das Vertrauen in die Versorgung steigerten.
Wertgeschätzte Pflegeaspekte
Die Befragten nannten insbesondere psychosoziale Unterstützung, wirksame Symptomkontrolle und ein nicht‑klinisches Ambiente als zentrale Stärken. Die Möglichkeit, persönliche Gespräche in einer ruhigen Umgebung zu führen, wurde als förderlich für das emotionale Wohlbefinden bewertet. Darüber hinaus wurde die kontinuierliche Verfügbarkeit von Fachpersonal als entscheidend erachtet.
Bedeutung von Autonomie und WĂĽrde
Der Erhalt von Selbstbestimmung und Würde stand im Mittelpunkt der Erwartungen. Die Befragten betonten, dass respektvolle Kommunikation und die Einbindung in Entscheidungsprozesse das Gefühl von Kontrolle stärken. Ebenso wichtig war die aktive Beteiligung der Angehörigen, die als Teil des Betreuungsteams wahrgenommen wurden.
Herausforderungen beim Ăśbergang
Der Wechsel von einer stationären palliativen Einheit zu einem Hospiz wurde häufig als abrupt und emotional belastend beschrieben. Die Befragten äußerten die Sorge, gewohnte Strukturen und vertraute Bezugspersonen zu verlieren, was das Risiko einer Unterbrechung der Kontinuität erhöht. Eine sanftere Übergangsphase wurde als wünschenswert erachtet.
Potential des akademischen Hospizes
Die Idee eines akademischen Inpatienten‑Hospizes stieß auf positive Resonanz. Die Befragten sahen Vorteile in einer integrierten Versorgung, die sowohl Forschung als auch Lehre einbindet. Ein einheitlicher Standort könne Übergänge vereinfachen, die Kontinuität sichern und gleichzeitig Raum für innovative Pflegeansätze schaffen.
Schlussfolgerungen
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass ein akademisches Inpatienten‑Hospiz die Bedürfnisse von Patienten und Angehörigen wirksam adressieren kann. Durch die Kombination von patientenzentrierter Versorgung, Bildungs- und Forschungsaktivitäten sowie öffentlicher Aufklärung lässt sich die Qualität der End‑of‑Life‑Betreuung nachhaltig verbessern.Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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