USA: Studie beleuchtet Familien‑fokussierte Praxis von Psychiatern bei Eltern mit psychischer Erkrankung

Eine Untersuchung von Jasmin, Piché et al. hat im Jahr 2023 ermittelt, wie Psychiater in Frankreich die Elternrolle ihrer Patientinnen und Patienten berücksichtigen und welche Faktoren die Umsetzung familien‑fokussierter Maßnahmen beeinflussen. Insgesamt 27 Psychiater beantworteten einen standardisierten Fragebogen, fünf von ihnen nahmen anschließend an Einzelinterviews teil.

Hintergrund

Elternschaft bei Personen, die psychiatrische Behandlung erhalten, ist häufig mit zusätzlichen Belastungen verbunden, die sich negativ auf das Wohl von Kindern auswirken können. Fachkreise haben daher wiederholt gefordert, den Behandlungskontext um familienbezogene Interventionen zu erweitern.

Methodik

Die Studie kombinierte ein Online‑Survey, das die französische Version des Family‑Focused Mental Health Practice Questionnaire nutzte, mit einer thematischen Analyse der qualitativen Interviewdaten. Quantitative Ergebnisse wurden item‑weise ausgewertet, bevor sie mit den Interviewaussagen trianguliert wurden.

Einstellungen der Psychiater

Die Befragten bestätigten, dass sie die Elternrolle ihrer Patientinnen und Patienten anerkennen, zeigten jedoch häufig Zurückhaltung, weiterführende Unterstützung anzubieten. Als zentrale Hindernisse nannten sie die vorherrschend individualistische Ausrichtung psychiatrischer Versorgung, bestehende Stigmatisierung, Schwierigkeiten bei der Einholung von Einwilligungen sowie eine schwache Vernetzung zwischen Angeboten für Erwachsene und Kinder.

Fördernde Faktoren

Gleichzeitig identifizierten die Psychiater drei wesentliche Unterstützer: die Möglichkeit, eigenständig Entscheidungen zu treffen, persönliche Erfahrungen mit Elternschaft und ein hohes Vertrauen in die Durchführung von Familientreffen.

Implikationen für die Praxis

Die Autoren schließen, dass Psychiater eine Schlüsselrolle bei der Identifikation und Unterstützung von Eltern mit psychischer Erkrankung einnehmen können. Sie betonen die Notwendigkeit umfassender Leitlinien und gezielter Fortbildungen, um effektive Strategien für die Bewältigung elternbezogener Herausforderungen zu vermitteln. Zusätzlich sollten psychoedukative Materialien für Kinder in die Versorgung integriert werden.

Limitationen

Die Studie beschränkt sich auf eine relativ kleine Stichprobe französisch‑sprachiger Psychiater, was die Generalisierbarkeit der Ergebnisse einschränken könnte. Zudem könnte ein Selbstauswahl‑Bias vorliegen, da besonders an familienbezogenen Themen interessierte Fachkräfte teilnahmen.

Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.

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