Eine aktuelle Untersuchung hat die bakteriellen Gemeinschaften von freilebenden Chiggers (Larven von Trombikuliden) in drei ökologischen Regionen Nord-Carolinas analysiert und dabei Unterschiede in Abhängigkeit von geografischer Lage sowie einer Infektion mit Orientia festgestellt.
Hintergrund und Zielsetzung
Chiggers gelten als Vektoren für Orientia-Arten, die die durch Zecken übertragene Krankheit Scrub Typhus auslösen. Während in anderen Regionen bereits umfangreiche Mikrobiomstudien vorliegen, fehlt bislang vergleichbare Forschung für die Vereinigten Staaten. Die Autoren wollten die bakterielle Diversität dieser Milben erfassen, um mögliche Zusammenhänge mit der Pathogenübertragung zu beleuchten.
Methodik
Die Proben wurden an mehreren Sammelstellen in den drei ecoregionalen Zonen Mountains, Piedmont und Coastal Plain entnommen. Die Identifikation der Milben erfolgte molekular, wobei drei Arten nachgewiesen wurden: Eutrombicula splendens, Eutrombicula tinami und Pseudoschoengastia sp. Für die mikrobiellen Analysen kam 16S‑rDNA‑Sequenzierung mit Next‑Generation‑Sequencing zum Einsatz.
Ergebnisse: Artenvielfalt und Verteilung
Alle drei Milbenarten traten mindestens einmal in den Regionen Mountains und Piedmont auf; E. tinami wurde in der Coastal Plain nicht gefunden. Die Analyse zeigte signifikante Unterschiede in Alpha‑ und Beta‑Diversität zwischen den Sammelorten für E. splendens, während zwischen E. splendens und Pseudoschoengastia sp. keine wesentlichen Unterschiede in der Gesamtdiversität erkennbar waren.
Ergebnisse: Einfluss von Orientia‑Infektion
Bei E. splendens wiesen Orientia‑positive und -negative Individuen unterschiedliche Shannon‑Diversity‑Werte sowie Beta‑Diversität auf. In den positiv infizierten Milben waren die Gattungen Brevibacillus und Telluria häufiger, während Methylobacterium bei den negativen Milben dominierte.
Weitere Befunde
Die Sequenzdaten enthielten zudem potenziell pathogenetische Bakteriengattungen wie Rickettsia, Listeria, Legionella, Staphylococcus und Streptococcus. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass Chiggers neben Orientia weitere mikrobiologische Risiken für den Menschen tragen könnten.
Bedeutung und Schlussfolgerungen
Die Autoren schließen, dass sowohl die geografische Herkunft als auch der Status einer Orientia‑Infektion die bakterielle Zusammensetzung von Chiggers beeinflussen und damit potenziell deren Vektor‑Kompetenz modulieren könnten. Weitere Forschung sei nötig, um die Rolle der identifizierten Bakterien in der Pathogenübertragung zu prüfen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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