Eine aktuelle qualitative Untersuchung an einem tertiären Krankenhaus in Tansania hat gezeigt, dass sowohl organisatorische als auch individuelle Faktoren die Anwendung von Vakuum‑unterstützter Geburt (VAB) einschränken. Zwölf Kliniker mit Erfahrung in VAB wurden zu ihren Einschätzungen befragt.
Organisatorische Hindernisse
Die Analyse ergab, dass fehlende oder defekte VAB‑Geräte die häufigste Barriere darstellen. Mehrere Befragte berichteten, dass vorhandene Geräte nicht funktionsfähig seien und deshalb nicht eingesetzt werden könnten.
Teamdynamik und Entscheidungsfindung
Zusätzlich wurde eine schwache Teamdynamik als hinderlich beschrieben. Die Befragten nannten mangelnde Kommunikation und unklare Verantwortlichkeiten als Gründe, die eine kollaborative Entscheidung für den Einsatz von VAB erschweren.
Individuelle Hindernisse
Auf persönlicher Ebene äußerten die Kliniker Bedenken hinsichtlich möglicher Komplikationen für Mutter und Kind. Diese Apprehension führte dazu, dass sie VAB eher ablehnten, selbst wenn die Indikation bestand.
Fehlende Praxis‑ und Ausbildungserfahrung
Ein weiterer individueller Faktor war das geringe praktische Können. Viele Kliniker gaben an, nicht ausreichend geschult zu sein und deshalb unsicher im Umgang mit dem Gerät zu fühlen.
Implikationen für die Praxis
Die Ergebnisse legen nahe, dass die Bereitstellung funktionsfähiger Geräte, gezielte Schulungsprogramme und die Stärkung der Teamkommunikation das Potenzial haben, die Nutzung von VAB zu erhöhen und damit den Anteil unnötiger Kaiserschnitte zu senken.
Ausblick
Die Autoren empfehlen, strukturelle Verbesserungen und kontinuierliche Fortbildungen zu implementieren, um die Barrieren zu überwinden und die Qualität der geburtshilflichen Versorgung zu steigern.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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