Eine aktuelle Untersuchung mit 23 Teilnehmern untersuchte, wie das menschliche Gehirn auf Lautäußerungen von vier Primatenarten reagiert, darunter Menschen, Schimpansen, Bonobos und Rhesus‑Makulierung.
Hintergrund
Bislang konzentrierte sich die Forschung zur Stimmbearbeitung im menschlichen Gehirn fast ausschließlich auf konspezifische Lautäußerungen. Die Forscher wiesen darauf hin, dass ein Vergleich mit eng verwandten nicht‑menschlichen Primaten notwendig sei, um gemeinsame und unterschiedliche Repräsentationen zu verstehen.
Methodik
Den Teilnehmern wurden Aufnahmen der genannten vier Arten präsentiert. In drei getrennten Analysen wurden relevante akustische Parameter regressiert, um reine neuronale Effekte zu isolieren.
Ergebnisse
Die Messungen zeigten innerhalb der temporalen Stimmbereiche (TVA) eine bilaterale Aktivität im anterioren superioren Temporalgyrus, die spezifisch für Schimpansenlaute war. Diese Aktivität unterschied sich signifikant von allen anderen Arten, von nicht‑menschlichen Primaten insgesamt und von menschlichen Lauten. Zusätzlich wurde eine ähnliche, jedoch weniger ausgeprägte Aktivität für Makakenlaute beobachtet.
Interpretation
Die Forscher schließen, dass die beobachteten Aktivierungsmuster sowohl von phylogenetischer Nähe als auch von akustischer Ähnlichkeit abhängen, wobei Schimpansen der menschlichen Art am nächsten stehen.
Bedeutung
Die Resultate deuten darauf hin, dass Unterregionen der temporalen Stimmbereiche primär, aber nicht ausschließlich, auf Lautäußerungen von phylogenetisch und akustisch nahen nicht‑menschlichen Primaten reagieren.
Ausblick
Die Studie legt nahe, dass weitere Untersuchungen mit erweiterten Stimulussets und größeren Stichproben nötig sind, um die feinen Unterschiede in der neuronalen Verarbeitung von Primatenlauten weiter zu klären.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von eLife, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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