USA: Studie zu Diphtherie‑Immunität und antimikrobieller Resistenz bei neu ankommenden Asylbewerbern in Heidelberg
Eine Querschnittsstudie in Heidelberg hat im Zeitraum August bis Oktober 2024 1.073 neu ankommende Asylbewerber untersucht und dabei weder toxigenes Corynebacterium noch ein erhöhtes Risiko für Diphtherie‑Erkrankungen nachgewiesen. Gleichzeitig ergab die Analyse, dass 38,0 % der getesteten Personen keinen schützenden Antikörpertiter gegen das Diphtherietoxin aufwiesen und 1,7 % (95 % CI 1,0–2,6 %) mit methicillinresistentem Staphylococcus aureus (MRSA) infizierte Wunden hatten.
Studienaufbau und Stichprobe
Die Forscher wählten eine zufällige Stichprobe von 1.073 Asylbewerbern, von denen 75 % männlich waren und das Alter zwischen 15 und 60 Jahren lag (Median = 27 Jahre). Die häufigsten Herkunftsländer waren Syrien (n = 281), die Türkei (n = 189) und Afghanistan (n = 117). Jeder Teilnehmer erhielt einen Rachenabstrich; bei Vorhandensein von Wunden wurden zusätzlich Wundabstriche entnommen.
Ergebnisse zu Wundinfektionen
Von den Befragten hatten 37 Personen entzündete Wunden, bei denen 18 (49 %) mit MRSA infiziert waren. Dies entspricht einem Anteil von 1,7 % an der Gesamtstichprobe. Die Wundabstriche wurden zudem auf weitere antimikrobielle Resistenzen untersucht, wobei keine zusätzlichen relevanten Befunde gemeldet wurden.
Immunstatus und Impfbereitschaft
Ein zufällig ausgewählter Unter‑Stichproben‑Serumtest zeigte, dass 38,0 % (95 % CI 33,3–44,8 %) der Teilnehmer keine schützenden Antikörpertiter gegen das Diphtherietoxin aufwiesen. Trotz dieses niedrigen Immunitätsniveaus stimmten 93 % der Befragten (n = 998) einer vor Ort angebotenen Diphtherie‑Impfung zu.
Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit früher Diagnostik, gezielter Therapie und Impfangebote für Flüchtlingspopulationen, um potenzielle Ausbrüche zu verhindern und die öffentliche Gesundheit zu schützen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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