Ein prospektives, zweistelliges Interventionsprojekt wird in den geriatrischen Abteilungen des Metz‑Thionville Regional Hospital Center in Frankreich durchgeführt, um zu prüfen, ob Standardprävention (SP) nicht schlechter ist als klinisch ausgelöste Kontaktprävention (CP) hinsichtlich der Erwerbsrate von ESBL‑produzierenden Enterobacterales (ESBL‑E). Das Design sieht einen vierjährigen Beobachtungszeitraum mit alternierenden Interventionsphasen vor, wobei die Startbedingung zufällig festgelegt wird.
Hintergrund
ESBL‑E stellen weltweit ein erhebliches Problem für die öffentliche Gesundheit dar, weil sie häufig zu Therapieausfällen, erhöhter Morbidität und Mortalität führen. Traditionell wurden für colonisierte oder infizierte Patienten Kontaktprävention empfohlen, doch aktuelle Studien hinterfragen deren Nutzen in bestimmten Versorgungssettings.
Studienaufbau
Die Untersuchung umfasst zwei geriatrische Stationen, die in einem crossover‑ähnlichen Design periodisch zwischen CP‑ und SP‑Phasen wechseln. Bei Aufnahme und Entlassung werden alle Patienten auf ESBL‑E‑Trägerstatus gescreent.
Interventionsphasen
Während CP‑Perioden werden Kontaktpräventionen ausschließlich für Patienten mit klinisch nachgewiesenen ESBL‑E‑Infektionen eingesetzt, die durch Routinekulturen identifiziert wurden; asymptomatische Träger, die durch Surveillance‑Screening entdeckt werden, lösen keine Kontaktprävention aus. In SP‑Perioden erhalten alle Patienten ausschließlich die üblichen Standardpräventionen.
Ergebnisparameter
Der primäre Endpunkt ist die Inzidenzdichte des ESBL‑E‑Erwerbs pro 1.000 Patiententage. Sekundäre Ziele umfassen artspezifische Analysen, die ESBL‑produzierende Escherichia coli von nicht‑E. coli‑Enterobacterales unterscheiden.
Statistische Auswertung
Die Inzidenzraten werden mittels zählbasierter Regressionsmodelle analysiert, die an die cluster‑basierten, periodischen Daten angepasst sind.
Zielsetzung und Bedeutung fĂĽr die Praxis
Die Studie soll evidenzbasierte Erkenntnisse liefern, die Institutionen bei der Bewertung und Anpassung von Infektionspräventionsstrategien für besonders vulnerable Krankenhauspopulationen unterstützen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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