USA: Studie zu problematischer Internetnutzung bei Jugendlichen in Finnmark
Hintergrund
Eine aktuelle Untersuchung von Shiho Hansen, Snefrid Møllersen, Anna Rita Spein und Anne Cecilie Jávo befasst sich mit problematischer Internetnutzung (PIU) bei Jugendlichen in Finnmark, der nördlichsten Region Norwegens. Die Autorinnen und Autoren weisen darauf hin, dass PIU mit psychischer Belastung, sozialen Schwierigkeiten und schulischen Problemen verbunden ist. Ziel der Studie ist es, Zusammenhänge zwischen sozialen Normen, ethnischer Identität, diskriminierungsbezogenen Erfahrungen und PIU zu analysieren.
Methodik
Die Studie verwendet ein bevölkerungsbasiertes, querschnittliches Schul‑Survey, das alle Oberstufenschüler*innen Finnmarks (ca. 2.230) einschließt. Ein bilingualer, kulturell adaptierter Fragebogen in Nord‑Sami und Norwegisch erfasst die relevanten Variablen. Die Datenerhebung erfolgt im Rahmen einer regulären Schulstunde, wobei die Teilnehmenden freiwillig und anonym mitwirken.
Theoretischer Rahmen
Die Untersuchung stützt sich auf die Social‑Norm‑Theory und die Ethnic‑Identity‑Theory. Diese Theorien dienen dazu, zu erklären, wie wahrgenommene Verhaltensnormen im familiären, peer‑ und schulischen Umfeld sowie die Zugehörigkeit zu einer ethnischen Gruppe das Online‑Verhalten von Jugendlichen beeinflussen können.
Messinstrumente
Der Fragebogen beinhaltet Skalen zur Erfassung von problematischer Internetnutzung, wahrgenommenen deskriptiven und injunktiven Normen, ethnischer Identität, ethnisch‑basierter Diskriminierung, positivem Internetgebrauch sowie relevanten Kontrollvariablen (Alter, Geschlecht, sozioökonomischer Status). Die ethnische Zugehörigkeit wird anhand von Sami‑Sprachgebrauch und Selbstidentifikation klassifiziert.
Analyseverfahren
Die gesammelten Daten werden nach vordefinierten Qualitätsstandards aufbereitet und mittels Partial‑Least‑Squares‑Strukturgleichungsmodellierung (PLS‑SEM) analysiert. Dabei werden direkte, mediale und moderierende Effekte zwischen den Konstrukten geprüft. Unterschiede zwischen Sami‑ und nicht‑Sami‑Jugendlichen werden durch eine PLS‑Multi‑Group‑Analyse untersucht.
Bedeutung der Ergebnisse
Die Forschenden erwarten, dass die Ergebnisse Aufschluss darüber geben, welche sozialen und kulturellen Faktoren das Risiko für PIU erhöhen oder mindern. Die Befunde könnten die Entwicklung von kultursensiblen Screening‑ und Interventionsprogrammen für Schulen und psychische‑Gesundheitsdienste unterstützen.
Ausblick
Die Studie liefert Grundlagen für weitere Forschung zu digitalen Gesundheitsrisiken bei indigenen Jugendgruppen in ländlichen Regionen. Die Autoren planen, die Resultate in Fachkreisen zu diskutieren und praxisorientierte Leitlinien für Prävention und Früherkennung zu formulieren.Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access).
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